Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879189
Zu den passiven Bewegungsorganen gehören ausser den Knochen 
weiterhin noch die Knorpel; diese besitzen ebenfalls eine grosse Festig'- 
keit und Widerstandsfähigkeit, sie sind aber schneidbar, biegsam und 
elastisch. Sie werden im Bewegungsapparat wesentlich verwendet 
1. zum Überziehen der Gelenkflachen als Gelenkknorpel 2. als Zwischen- 
lage in den Gelenken (Zwischenknorpel) 3. als Ergänzung der Knochen 
(Erganzungsknorpel) und 4. als Verbindungsmittel zweier Knochen (Band- 
knorpel). Sie sind wegen ihrer physikalischen Eigenschaften von grosser 
Wichtigkeit (z. B. zum Brechen des Stosses bei den Bewegungen der 
Tiere). 
Die Verbindung der Knochen unter einander ist entweder eine be- 
wegliche oder unbewegliche. 
Bei der unbeweglichen Verbindung stossen die glatten oder gezahnten 
Knochenränder oder -tlä.chen direkt aneinander, oder sie haben nur eine sehr dünne, 
häutige oder knorpelige Zwischenmasse zwischen sich. Diese Art der Verbindung 
nennt man die Naht und unterscheidet die wahre und falsche Naht, die Blattnaht, 
Sägenäht, Schuppennaht, Harmonie u. s. w. Die Aufnahme der keilförmigen Zahn- 
wurzel in eine entsprechende Vertiefung der Kieferknochen stellt die sogenannte Ein- 
keilung dar. 
Die bewegliche Verbindung der Knochen erfolgt durch Knorpel, Muskeln 
oder Bänder, bezw. durch Gelenke. Sind 2 Knochen durch eine knorpelige, sehnige, 
fasserknorpelige Verbindungsmasse innig mit einander verbunden, dann spricht man 
von einer Fuge, Symphysis (z. B. die NVirbelfugen, die Schambeinfuge u. s.  
Diese Verbindung gestattet nur geringe Bewegungen. Eine erheblich grössere Be- 
weglichkeit zeigt die Muskelverbindung, Synsarcose, d. h. die Verbindung zweier 
Knochen durch Muskulatur (Verbindung zwischen Schulter und Arm einerseits und 
dem Rumpfe andererseits bei fehlendem Sehlüsselbeine). Wenn sich 2 Knochen mit 
ihren überknorpelten Enden (Gelenkfläehen) berühren, ohne sich 
direkt miteinander zu verbinden, dann entsteht das Gelenk, 
Artieulatio. Zum Gelenk gehören (Textfig. 5): 1) mit Gelenk- 
 w knorpcl überzogene, sich berührende Knochenfiächen, 2) dic 
 i  Ä b Gelenkkapsel (Kapselband). Die letztere ist ein zweischieh- 
 tiger, häutiger Schlauch, der die Gelenkenden frei umhüllt und 
i._ 1  sich mit seinen Rändern an die das Gelenk bildenden Knochen 
 M" befestigt. Diese Kapsel besteht aus einer äusseren sehnigen und 
einer inneren fest mit der äusseren verbundenen synovialen Haut, 
die eine zähe, klebrige, schmierige, gelbliche Masse, die Gelenk- 
 schmiere S novia absondert, welche die Gelenktlächen scblü fri 
Fig. 5. y  P g 
Gelenk mit Kapse1 erhält und die Bewegungen erleichtert. Durch die Gelenkkapsel 
(schematisch). wird das Gelenk luftdicht abgeschlossen. An den meisten Ge- 
a : Gelenkknorpeg, lenken finden sich noch sehnigc (weisse) oder elastische (gelbe) 
b:Kapselband. Verbindungsstränge von verschiedener Grösse und Gestalt, die 
sogen. Bänder (Hilfe, Haftbänder) und Knochenerhöhungen 
zur Hemmung der Bewegungen. Die Gelenke gestatten unter allen Knoehenver- 
bindungen die vielseitigsten Bewegungen, z. B. Beugung (Verkleinerung des Gelenk- 
Winkels), Streckung (Vergrösserung des Gelenkwinkels), Drehung (um die Längsachse 
des Knochens), Anziehen, Abziehen (Näherung an oder Entfernung von der Körper-
        

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