Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881075
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käuern hiingt der Hodensack ziemlich tief herab (baumelt) und ist an seinem oberen 
Ende halsartig eingeschnürt; beim Rinde ist er nur wenig behaart oder mit vielen 
kurzen Haaren besetzt, bei Schaf und Ziege ist er stärker behaart. Beim Eber 
ist der Hodensack wenig von seiner Umgebung abgesetzt, beim Hunde ist er nicht 
oder nur ganz spärlich behaart. 
Das männliche Glied (der Penis) erstreckt sich bei den Haustieren exkl. 
Kater von der unteren Seite des Beckens an die untere Seite des Bauches und reicht fast 
bis zum Nabel. Sein Endstück ist von der Vorhaut eingeschlossen, nur bei der Erek- 
tion tritt die Penisspitze aus der Vorhaut heraus. Die letztere bildet bei den Wieder- 
käiuern, Fleischfressern und dem Schweine eine einfache, beim Pferde eine 
doppelte Einstülpung der Eiusseren Haut, welche mit der letzteren an der unteren 
Bauchwand vollständig zusammentliesst und hier infolgedessen nicht sehr scharf abge- 
setzt ist (am wenigsten beim Schwein); erst das Ende der Vorhaut hebt sich scharf 
ab; die Spitze des Penis bildet beim Pferde (ähnlich wie beim Menschen) eine 
m. o. w. rundliche, fast kugelige, vom übrigen Penis scharf abgesetzte Eichel, 
welche in der Mitte der freien, gewölbten Fläche eine Grube, die Eichelgrube, besitzt; 
aus letzterer ragt das Ende der Harnröhre als cylindrischer Fortsatz vor. Beim Hunde 
endet der Penis mit einer langen, cylindrischen, spitz zulaufenden, nicht scharf abge- 
setzten Eichel. Die Wiederkäuer und das Schwein besitzen keine Eichel, bei 
ihnen läuft der Penis spitz zu; beim Schweine ist das dünne Ende des Penis spiralig 
gewunden, während das des Schafes noch ein Harnröhrenfortsatz überragt. Der 
Penis des Katers ist schw anzwärts gerichtet und zeigt am spitzen Ende eine grössere 
Anzahl kleiner, in Reihen gestellter Stacheln. 
Das Euter der Thiere (Fig. 1 und 2 Taf. 1 und 2 Rind) entspricht der Milch- 
drüse des Menschen und ist i. d. R. nur bei weiblichen Tieren gut entwickelt, 
während es bei männlichen rudimentär bleibt. Form und Lage desselben sind bei den 
einzelnen Tieren sehr verschieden. Bei den Pferden und Wiederkiiuern bildet 
das Euter 2 seitliche, durch eine Längsfurche getrennte Hälften, welche an der 
unteren Bauchwand neben der Mittellinie direkt vor dem Becken liegen und 2 m. o. w. 
kugelige Organe darstellen. Bei dem Schweine und den Fleischfressern bilden 
die beiden Euterhälften lange, tiache Körper, welche an der unteren Bauchwand 
vom Becken bis zur Brustbeingegend sich erstrecken. Ein jedes Euter schwillt kurz 
vor der Geburt allmählich bedeutend an und bleibt während der Säugezeit stark 
entwickelt, während es nach dieser Zeit an Grösse wieder abnimmt. Das Euter des 
Pferdes ist relativ klein, das der Kühe und insbesondere der auf reichliche Milch- 
gewinnung gezüchteten sehr gross; bei ihnen behält das Euter auch nach der Zeit des 
Siiugens eine bedeutende. Grössc bei.  Von dem Euter erheben sich die sogen. 
Zitzen, welche i. d. R. kegelförmig gestaltet und meist etwas abgeplattet sind; ihre 
Grösse richtet sich beim Einzeltier darnach, 0b das Tier saugt oder gesaugt oder über- 
haupt noch keine Jungen gehabt hat. Bei Pferd, Schaf und Ziege hat jede 
Euterhälfte nur eine Zitze, die vom Warzenhof umgeben ist, beim Rinde sind jeder- 
seits 2, bei der Katze 4, beim Hunde 4-5 und beim Schwein 5-6 Zitzen vor- 
handen. Am Ende einer jeden Zitze befinden sich eine oder mehrere Öffnungen, und 
zwar bei den WViederkäuern 1, beim Schweine 1-2, beim Pferde 2 und bei den 
Fleischfressern wie beim Menschen viele  Die das Euter überziehende 
äussere Haut ist teils fein behaart, teils haarlos und im Ganzen dünn und zart, sodass 
die in der Unterhaut meist geschlängelt verlaufenden Venen deutlich durch die Haut 
hindurchtreten, was besonders beim Euter der Kühe auffällt. Bei ihnen lasst sich 
i. d. R. eine aus dem Euter hervorkommende, an der Bauchwand nach vorn ziehende, 
grosse Vene (Milchad e r) deutlich erkennen.
        

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