Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881032
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verlaufend eine in Fig. 74 Taf. 13 des Pferdes mit 22 bezeichnete, 
durch den Atlasast des längsten Kopfmuskels bedingte Furche. 
Der Kehlrand des Halses erscheint gewölbt und gerundet. In 
der lllittelebene prägt sich unter gewissen Verhältnissen eine undeutliche, 
kopfwärts breiter werdende Rinne als Zeichen der Trennung der beiden 
Brustkiefermuskeln aus. -Der Kehlrand geht rumpfirvärts in die Vorder- 
brust und kopfwärts in die Kehlkopfgegend mit dem Kehlgange 
über. Die Iiehlkopfgegend markiert sich durch eine der Form des 
Kehlkopfes entsprechende Wölbungg seitlich bemerkt man vielfach eine 
Vene. Von der Kehlkopfgegend aufwärts folgen die Oh rspeichel- 
drüsengegend (s. S. 185) und die Geniokgegend (s. S. 191 11.192). 
Der Ha.ls der Haustiere zeigt eine verschiedene Länge, Breite, 
Dicke und sonstige Formung je nach der Tierart, dem Geschlecht, 
der Rasse, der Individualität, dem Nährzustande u. dergl. Auf die Hals- 
formen näher einzugehen erscheint überflüssig. Erwähnt mag nur werden, 
dass der von den Künstlern so bevorzugte Schwanenhals der Pferde bei 
unseren heutigen Pferderassen äusserst selten und nur bei einer ganz 
besonderen Haltung des Halses, die durch Dressur den Pferden beigebracht 
wird, vorkommt. Die Reitpferde der Fürsten und Feldherrn der Neuzeit 
besitzen diesen von den Bildhauern so oft dargestellten Schwanenhals nicht. 
Bei gewissen Pferderassen der alten Zeit kam die Form des Schwanen- 
halses oft, wie es scheint, fast regelmässig vor. Der Hals des männ- 
lichen Tieres ist im allgemeinen dicker und gedrungener als der des 
weiblichen. Beim Hengste ist namentlich der Kamm mächtig entwickelt 
und bildet geradezu einen Sexualcharakter der männlichen Individuen 
(Fig. 70 und 71 auf Tafel 14 des Rindes). 
Die 
Brust. 
Der grösste Teil der seitlichen Brustivand ist von der Schulter und 
V01n Oberarm bedeckt, sodass nur ein verhältnismässig kleiner Teil dersel- 
ben frei bleibt. Die Unterbrust wird nur bei den in steigender Stellung 
dargestellten {llieren eine plastische Bedeutung gewinnen können. Der 
Brustrücken und die Vorderbrust sind dem beobachtenden Auge frei 
ausgesetzt.  
An der seitlichen Brustwand (Fig. 1-3 Taf. 1-3 der einzelnen 
Tierarten, Fig. 74 Taf. 13 Pferd) lassen sich hinter der Schulter im 
unteren Drittel der Brustwand bei mageren und dünnhautigen Tieren 
einige Zacken des grossen Sägemuskels erkennen (47 und 47' in Fig: 
74 auf Taf. 18); etwas mehr riickenwärts nimmt man den unteren Rand 
des grossen Rückenmuskels (46 in Fig. 74) in einer Linie wahr, die man 
Ellenberger, Baum n. Dittrich, Anatomie für Künstler. 13
        

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