Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880989
188 
Augenhöhleneingang (die Höhenachse desselben verhalt sich zur Breiten- 
achse wie 1,1 :  Beide Augenhöhleneingangsebenen konvergieren mit- 
einander und zwar (nach Koschel) beim Pferde unter einem Winkel 
von 42-45 0, beim Rinde von 60-62 o, beim Schaf von 46 0, beim Schwein 
von 620, beim Hunde von 84-920, bei der Katze von 1050.  Beide 
Augenhöhlenaxen schneiden sich in ihrer Verlängerung unter einem 
Winkel, der beim Pferde 115", beim Rinde 940, beim Schafe 129 o, beim 
Schweine 85,5 o, beim Hunde 790 und bei der Katze 49,5" betragt.  
Aus dem Winkel der Augenhöhleneingangsebenen und der Augenhöhlen- 
achsen ergiebt sich zur Genüge die Stellimg der Augenhöhlen bei den 
einzelnen Tierarten. 
Über dem Auge, zwischen ihm und der Schlafen- oder Augengrube. 
liegen die flach gewölbten Augenbogen an denen sich beim Menschen 
die Augenbrauen beünden. Echte Augenbrauen kommen bei den Tieren 
nicht vor. Immerhin giebt es auch bei ihnen Bildungen, die den Augen- 
brauen verglichen werden können, so bei den Hunden ein Büschel längerer 
Haare und bei den Pferden einige Fühlhaare über dem inneren Augen- 
winkel. Hinter (ohrwärts von) den Augenbogen findet sich die iiache oder 
tiefe Schläfengrube (Augengrub e) (10 in Fig. 30 Taf. 6 Pferd). 
Diese Gruben sind bei gut genahrten und jungen Tieren flach; bei alten. 
abgemagerten tief; sie sind nach vorn und oben vom knöchernen oder 
häutigen Augenbogen, nach aussen vom J ochbogen, nach innen von der 
Seitenflache des Schädels (speziell vom Schlafenmuskel) begrenzt. In der 
Tiefe liegt der das Auge enthaltende Sack der Augenhöhlenhaut und auf 
derselben ein Fettpolster. Dicht hinter dem Augenbogen liegt in der 
Augen-, bezw. Schläfengrube der von einem Teile des Schlafenmuskels 
umgebene Kronenfortsatz des Unterkiefers (11 in Fig. 31 Taf. 6 Pferd), 
der bei mageren Tieren wegen der Schwäche des gen. Fettpolsters deut- 
lich sichtbar ist. Aber auch bei besser genahrten Tieren kann man 
während des Kauens das Ende dieses Fortsatzes in Form einer wenig 
deutlichen Erhöhung konstatieren. 
Die Stirn (Fig. 30-33 Tlaf. 6-7 Pferd und Taf. 9-10 Rind), der 
zwischen den Augen liegende, hinten in die Scheitelgegend übergehende 
Teil des Kopfes, soll bei dem Pferde breit und eben sein. Sie grenzt 
sich beim Pferde seitlich durch den plastisch hervortretenden Stirn- 
kamm von der Schlafengrube ab und verschmalert sich nach dem Genick- 
kamme hin. Bei den Wiederkauern und dem Schweine hebt sich keine 
Scheitelgegend von der Stirngegend ab. Die Stirn des Rindes ist breit, 
fast viereckig und reicht vom Genickkam me bis zu einer beide Augen 
verbindenden Linie. Aus ihrem hinteren Abschlusse geht jederseits ein 
Horn hervor. In der Mitte ist die Stirn meist etwas vertieft. Seitlich
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.