Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880974
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und den Fleischfressern wird der obere, zwischen Stirn- und Joch- 
bein gelegene Teil des Eingangsringes der Augenhöhle nicht durch eine 
Knochenspange, sondern durch ein Band gebildet. 
Der Augapfel ist bekanntlich eine Art Hohlkugel, an der man die Wand und 
den Inhalt unterscheidet Die Augapfelwand besteht aus der äusseren, mittleren und 
inneren Augenhaut. Die äussere Augenhaut zerfällt wieder in die durchsichtige und 
undurchsichtige (weisse) Hornhaut und die mittlere in die Rcgenbogen- und Aderhaut 
und den Strahlenkraxiz; die innere Augenhaut heisst auch die Netzhaut. Der Aug- 
apfelinhalt zerfällt in den Glaskörper, die Linse und die wässerige Augenkammer- 
flüssigkcit. 
Von aussen sieht man vom Auge zunächst die durchsichtige und 
einen kleinen Randteil der undurchsichtigen Hornhaut; die 
letztere ist weiss oder leicht bläulich angehaucht. Je nach der Tierart 
und je nachdem, 0b die Lidspalte weit oder wenig geöifnet ist und je 
nachdem, Wohin das Tier sieht, bemerkt man viel oder wenig oder gar 
nichts vom "Weissen" des Auges. Besonders deutlich tritt das Weiss 
beim Seitwartssehen hervor; am wenigsten davon sieht man beim Gerade- 
aussehen. Durch die durchsichtige Hornhaut hindurch sieht man die quer 
durch den Innenraum des Auges gespannte Regenbogenhaut, die in 
der Mitte ein Loch, die sogen. Pupille (Sehloch) besitzt, in welche von 
hinten die durchsichtige, in einer Vertiefung des ebenfalls durchsichtigen 
Glaskörpers ruhende Linse hineinragt. Die Pupille erscheint schwarz; 
die Regenbogenhaut präsentiert sich je nach der Tierart und der Indivi- 
dualität in verschiedenen Farben; sie erscheint bei dem Pferde braun- 
gelblich, beim Rinde dunkelbraun, beim Schafe gelbbraun, bei der 
Ziege blaulich, beim Schweine dunkelgraubraun oder braungelb, beim 
Hunde Verschiedenfarbig, aber meist braun, bei der Katze grün- 
gelb u. s. w. Die Pupille ist bei den Einhufern, Wiederkauern 
und dem Schweine (jueroiral, bei dem Menschen und den Hunden 
rund und bei den Katzen senkrecht schlitzförmig. Ihre GPÖSSG und 
Form wechselt aber sehr nach der Menge des einfallenden Lichtes; im 
Dunkelen ist sie ungemein gross und erscheint bei allen Tieren nahezu 
rund; man sieht dann rund um die Pupille nur einen schmalen Rand der 
Regenbogenhaut; bei hellem Lichte ist die Pupille klein und bildet bei 
den Einhufern, Wiederkauern und Schweinen einen queren, bei 
den Katzen einen senkrechten, engen Schlitz und bei den Hunden ein 
etwa stecknadelkopfgrosses, rundes Loch. Besonders beim Pferde, aber 
auch bei vielen anderen Tieren hängen von dem oberen Rande der 
Pupille 2 oder mehrere schwarzbraune, knötchenartige Gebilde herab, die 
Traubenkörner. 
Die zur Aufnahme des Auges und seiner Adnexe bestimmte, 
knöcherne Augenhöhle hat bei allen Haustieren einen fast runden
        

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