Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880968
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Das Auge (Fig. 30 Taf. ö Pferd und Taf. 9 Rind, Fig: 50 u. 51 
Taf. 10 Rind und Taf. 21 Pferd). Am Auge unterscheidet man die 
Anhangsorgane und den Augapfel. Von den A n hangsorganen sind 
es besonders die Augenlider, die eine plastische Bedeutung haben. 
Zwischen den freien Rändern der beiden Augenlider befindet sich die 
Lidspalte, die je nach den seelischen Zuständen des Tieres m. o. w. 
weit geöffnet oder geschlossen ist. Von den beiden Lid Winkeln bildet 
der äussere einen etwas spitzeren Winkel als der innere, der letztere ist 
etwas abgerundet zur Aufnahme einer kleinen Erhöhung, der Thränen- 
karunkel; er setzt sich beim Rinde und beim Fleischfresser in 
eine nach vorn und innen gerichtete Thränenfurche fort. Die behaarte 
äussere Haut der Augenlider ist z. T. in Falten gelegt und bildet da- 
durch die sogen. Lidfurchen. Zum Teile auf den Lidern und z. T. um 
dieselben herum stehen bei den meisten 'l7ieren sogen. Fühlhaare. An 
den freien, gesteiften Lidrändern finden sich die Augenwimper n, die 
am oberen Lide in mehreren Reihen angeordnet und grösser als am 
unteren Lide sind, wo sie bei Pferd, Schwein, Wiederkäuern und 
Fleischfressern meist sogar ganz fehlen. 
Die innere Haut der Augenlider (Bindehaut), die unter Umständen 
etwas sichtbar wird, ist blassrosarot. 
Im inneren Augenwinkel bemerkt man eine bogige, rosarote, von 
oben nach unten gerichtete Schleimhautfalte, die aber normal nur wenig 
sichtbar ist. Es ist der Randabschnitt des sogen. dritten Augenlides (der 
Blinzhaut), welches, wenn dem Auge Gefahr droht, über den Augapfel 
m. o. w. weit hinweggezogen wird; während die Blinzhaut selbst blass- 
rosarot und glatt erscheint, ist der freie Rand derselben stets schwarz 
pigmentiert. 
 Der m. o. w. kugelige Augapfel befindet sich in der Augenhöhle, 
die bekanntlich beim Menschen direkt vorn, bei den Tieren mehr seitlich 
am Kopf liegt. Abgesehen von dem beim Menschen und den Affen nach vorn, 
bei den Tieren m. o. w. nach der Seite gerichteten Augenhöhleneingange ist 
die Augenhöhle des Menschen knöchern geschlossen. Bei den Haustieren 
ist dies nicht der Fall; bei ihnen ist nur der Einguang (ausgenommen 
Schwein und Fleischfresser) knöchern umrandet (knöcherner Augenhöhlen- 
ring), und nur die innere und vordere Seite sind knöchern geschlossen; im 
übrigen wird ihr Abschluss durch eine derbe Haut, die Augenhöhlenhaut, 
erreicht, die einen häutigen, trichterähnlichen Sack bildet, dessen freier 
Rand an dem Augenhöhlenringe befestigt ist. In diesem durch Gefässe, 
Nerven und Muskeln mehrfach durchbohrten Sacke liegt auf einem Fett- 
polster der Augapfel derart, dass ein {Feil desselben ZWiSChGII den Augen- 
lidern über den Augenhöhleneingang hervorragt. Bei dem Schweine
        

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