Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880939
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Als Nasenspitze kann man den über der Gegend der Nasenlöcher 
gelegenen Endabschnitt der Nase bezeichnen; dieselbe ist bei allen Haus- 
tieren breit. Die Grundlage der Nasenspitze wird von Nasenknorpeln, 
beim Pferde durch die Platten der Flügelknorpel, denen der Quermuskel 
der Nase aufliegt, gebildet. Bei Hund und Katze sind der die Nasen- 
spitze überziehende Teil der äusseren Haut und der zwischen den Nasen- 
löchern liegende Hautteil nahezu unbehaart, feucht und kalt; man nennt 
dies den Nasenspiegel; bei Schaf und Ziege ist ebenfalls ein, wenn 
auch kleiner Nasenspiegel Vorhanden; beim Pferde fehlt derselbe. Beim 
Rinde ist der Nasenspiegel sehr gross und setzt sich von der Nase auf 
den mittleren Teil der Oberlippe fort; man nennt diesen ganzen, un- 
behaarten und eigentümlich gefelderten, kalten und feuchten Haut- 
abschnitt das Flotzmaul (Fig. 49 Taf. 10 Rind). Beim Schweine 
bildet die Nase den sogen. Rüssel, in dessen scheibenförmiger, vorderer 
Abschlussfläche sich die kleinen, rundlichen Nasenlöcher befinden. 
Von der Nasenspitze zieht sich der Nasenrücken bis zur Stirn; 
die Profillinie des Nasenrückens ist nach Tierart, Rasse und Individualität 
verschieden.  
An der Seitenwand der Nase modelliert sich der Eigenheber 
der Oberlippe in 1901-111 einer länglichen, schräg vom Auge gegen die 
Nasenspitze ziehenden, flachen Erhöhung; besonders deutlich ist der obere, 
dem Nasenrücken nahezu parallele Rand, der ca. 2 Finger breit unter 
demselben liegt (Fig. 74 Taf. 13 Pferd). 
Weiterhin modellieren sich die beiden, die weiche Nase begrenzenden 
Knochenränder in Form zweier Linien, die ungefähr von den beiden 
Nasenlochwinkeln konvergierend nach einem Punkte oberhalb des An- 
fanges der Gesichtsleiste ziehen. Aufwärts von der weichen Nase tritt 
das gewölbte Nasenbein, welches dem Nasenrücken zur Grundlage dient, 
plastisch in die Erscheinung. Es setzt sich Vorwärts in die Nasen- 
spitze fort. 
An die Nase schliesst sich an der Seitenfläche des Kopfes nach hinten 
der sogen. Unteraugenhöhlenabschnitt des Kopfes an; der Nasenrücken 
geht dagegen in die Stirn über. Der Unteraugenhöhlcnabschnitt wird 
abwärts von der plastisch sehr deutlichen Gesichtsleiste begrenzt. In 
demselben bemerkt man den breiteren Anfang des Eigenhebers der Ober- 
lippe. Ausserdem markiert sich ein Teil des J och- und Thränenbeins, 
die den Augenhöhleneingang begrenzen. Die Lippen setzen sich an der 
Seiteniiäche des Kopfes nach hinten in die Backen und diese in die 
Wangen fort, die gegen den Hals mit den sogen. Ganaschen abschliessen. 
Der Begriff Gamaschen wird verschieden aufgefasst. Eigentlich versteht man darunter 
nur den von der Haut u. s. w. bedeckten, hinteren Teil des freien Randes des Unterkiefers.
        

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