Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880909
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verschiedenen Haustierarten, z. T. sind sie unsclnver aus den Ver- 
schiedenheiten zu schliessen, die in Bezug' auf Lippen, Augen, Ohren 
u. dergl. zwischen den einzelnen Tierarten bestehen und unten geschildert 
werden.  
Die Formung des Kopfes richtet sich auch nach dem Geschlecht. 
Im allgemeinen kann man Wohl sagen (vergl. Fig. 46-48 Taf. 11 Rind), 
dass der Kopf der männlichen Tiere zwar etwas kürzer, im ganzen aber 
etwas grösser und dabei breiter in der Stirn und stärker in der Nase 
und den Ganaschen ist, als der Kopf der "weiblichen Tiere. Die Stuten 
haben einen feineren, trockeneren und schmaleren Kopf als der Hengst. 
Der Kopf des Wallachen steht zwischen beiden. Die Hörner des Bullen 
sind kürzer und dicker als die der Kuh; auch das Gehörn des Schaf- 
und Ziegenbocks ist Wesentlich verschieden von dem der Weiblichen 
Tiere, von denen die Schafe meist keine Hörner tragen. 
Nach der Rasse und der Individualität sind dielKopfformen 
ungemein verschieden. Bei den Pferden giebt es den geraden Kopf 
mit gerader, den Rams- und Schafkopf mit konvexer, den Hecht- und 
Schweinekopf mit konkaver Profillinie, den keilförmigen Keilkopf, den 
plumben und zu grossen Bullenkopf u. s. W. Eine Aufzählung der ver- 
schiedenen Kopfformen bei den einzelnen Tierarten erscheint überflüssig, 
da der Künstler im gegebenen Falle sich doch an ein Modell halten wird. 
(ieschichtlich dürfte aber zu erwähnen sein, dass früher bei den Pferden 
der Ramskopf hoch geschätzt wurde, Während heute Pferde mit Rams- 
köpfen als hässlich betrachtet und deshalb als Reit- und Luxuspferde 
nicht mehr benutzt werden. 
Daxs Skelett des Kopfes tritt an verschiedenen Stellen direkt 
plastisch hervor. S0 Wird die ganze Profillinie des Kopfes fast ganz und 
gar durch das Skelett direkt bedingt, indem auf demselben fast durch- 
gängig nur die äussere Haut liegt. An den Seitenflächen des Kopfes 
fallen uns vor allein die Gesichtsleiste oder der Gesichtshöcker, der Joch- 
bogen, der Augenhöhlenring und der freie Rand des Unterkiefers, das Kiefer- 
gelenk, die seitliche Flache des vor dem ausseren Kaumuskel gelegenen 
Abschnittes des Unterkiefers und die Linie der Backenzähne in die Augen- 
Auch die knöcherne Umrandung der weichen Nase des Pferdes hebt sich 
plastisch ganz deutlich ab. Die plastisch benierkbaren Skelettpunkte 
werden bei der Betrachtung der einzelnen Kopfgegenden besprochen werden. 
Die Muskulatur des Kopfes hebt sich teilweise beim lebenden 
Pferde, namentlich wenn die Muskeln thatig sind, deutlich durch die 
aussere Haut hindurch ab. Einzelne Muskeln treten bei ihrer Kon- 
traktion für das beobachtende Auge durch die Haut hindurch so deut- 
lich hervor, dass man dieselben skizzieren kann, wie an einem präparierten
        

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