Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880864
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Nebenorgane die Hufknorpel (S. 31) und das ungemein elastische 
Strahlkissen gesellen. Das letztere liegt Wesentlich zwischen den beiden 
Hufknorpeln, bedeckt die hintere Seite des Huf- und Kronenbeins, über- 
ragt die Hufknorpel rückwärts etwas und bildet hier die Grundlage der 
beiden sogen. Ballen.  
Am Huf unterscheidet man die Hornwand, die Hornsohle und den 
H 0 rn strahl. Die Figuren 78-88 Taf. 15 u. 16 Pferd ergeben zur Genüge, 
was man unter diesen Bezeichnungen zu Verstehen hat. Der Hornstrahl 
schiebt sich an der Sohlenflache des Hufes von hinten aus gewissermassen 
wie ein Keil in einen keilförmigen Ausschnitt der aus dem Sohlenkörper 
und den Sohlenschenkeln bestehenden Hornsohle ein. Die Basis (Grund) 
des Strahls liegt also hinten, unter den Ballen, in die sie übergeht. An 
der freien Flache der hinteren Hälfte des Strahls findet sich in der Mitte 
eine Furche, die mittlere Strahlfurche, die den Strahl in die beiden 
Strahlschenkel zerlegt, Welche Vorn zur Strahlspitze zusammenfiiessen. 
Die Vorderhufe zeigen gewisse Verschiedenheiten von den Hinter- 
hufen. Die Sohleniiache der Vorderhufe hat eine mehr kreisrunde, die 
der Hinterhufe eine mehr länglich-ovale Form; die Sohleniiäche der 
Hinterhufe ist etwas stärker gewölbt, die Seitenwände sind etwas steiler 
gestellt als an den Vorderhufen.  Auch der linke und rechte Huf 
können von einander unterschieden werden, weil die innere, gegen die 
Mittelebene gerichtete Wand jedes Hufes etwas steiler und etwas weniger 
gewölbt 'ist, als die äussere Wand, sodass die innere Hälfte des Trage- 
randes weniger ausgebogen ist als die aussere Halfte desselben. Diese 
Verschiedenheiten sind schon den griechischen Künstlern bekannt ge- 
wesen, wie eine Betrachtung einschlägiger plastischer, antiker Kunst- 
werke ergiebt. 
Unmittelbar iiber der Hornkapsel ist die aussere Haut Wulstartig 
verdickt und bildet die sogen. Krone des Fusses. 
Die Hufe der gezähmten Pferde werden in der Regel mit Hufeisen 
(Fig. 75, 78-83 Taf. 15 u. 16 Pferd) versehen, nachdem der Huf durch 
Beschneiden von dem toten Horn befreit worden ist. 
Die Hufeisen sollen in charakteristischer Weise die Form des Hufvs (s. oben) 
nachahmen, sodass Vorder- und Hintcreisen, rechtes und linkes Eisen sich scharf von 
einander unterscheiden. Das Eisen soll durchschnittlich 12 mm dick und am Zchenteil 
breiter sein als an den Sehenkelendcn. Die Länge der Eisen richtet sich etwas nach 
der Form und Stellung des Hufes; auf alle Fälle muss jedoch das Eisen vollständig 
den Tragerand des Hufes decken. Der äussere Rand des Eisens soll massig bodeneng 
sein, d. h. der untere Umfang des auf der Bodenßäche gelegenen Eisens muss kleiner 
sein als der obere. An der unteren (Boderv) Fläche des Hufeisens beündet sich i. d. R. 
in Form einer Rinne der sog. Falz zur Aufnahme der Nagellöcher; er soll 2,53 der 
Eisenstärke tief, gleichmässig weit und rein sein. "Wichtig sind ferner Zahl und Ver-
        

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