Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879159
oben beim Menschen) gebraucht. An den Gliedern der Gliedmassen des Körpers 
unterscheidet man ein dem Kopf und Rücken zugewandtes Naheende (oberes, proxi- 
males Ende) und ein diesen Teilen abgewandtes Fernende (unteres, distales Ende), 
und an den Füssen einen Fussrückcn (Dorsum manus s. pedis) und die Fuss- 
sohle (Vola oder Palma am Vorder- und Planta am Hinterfusse) und gebraucht 
darnaeh die Ausdrücke fussrückenwärts (dorsal) und fusssohlenwärts (volar, plantar, 
palmar). Die Bezeichnungen: mundwärts, nasenwärts, zehenwärts, schulterwärts, kopf- 
seitig, schwanzseitig, bauchseitig, rückenseitig u. s. w. bedürfen keiner näheren Er- 
örterung, weil der Leser ohne Weiteres verstehen wird, was damit gesagt werden soll. 
Der Leser wird leicht erkennen, dass für Denjenigen, der sich mit der ver- 
gleichenden Anatomie befasst, die Anwendung der Ausdrücke vorn, hinten, oben, 
unten u. dergl. zu Missverständnissen führen muss. Was am Rumpf des Menschen 
vorn ist, ist beim Pferde unten, was am Fuss des Menschen und der Sohlengänger 
hinten ist, ist beim Pferde oben u. s. w. 
Für den Künstler werden die betreffenden Ausdrücke weniger zu Missverständ- 
nissen Anlass geben, weil derselbe bei seinem Studium und bei seinen künstlerischen 
Arbeiten, zu der Zeit, während welcher er thätig ist, nur ein Tier einer bestimmten 
Tierart im Auge hat, ohne dass er wissenschaftliche Vergleiche zu ziehen braucht. 
Deshalb werden wir im nachfolgenden Texte die genannten, in anatomischen Lehr- 
büchern zu vermeidenden, zweidentigen Ausdrücke dennoch gebrauchen, wenn der Ge- 
brauch der oben genannten eindeutigen Ausdrücke textliche Schwierigkeiten macht. 
Es sei aber bemerkt, dass bei unseren Beschreibungen der Kopf der Tiere hori- 
zontal gestreckt gedacht wird, sodass also das  als Vorder- 
ende und das Halsende als Hinterende angesehen wird. Geschähe dies nicht, dann 
müssten Missverständnisse entstehen, weil eine Tierart den Kopf horizontal, eine andere 
denselben senkrecht und eine dritte ihn schräg hält, und weil die Kopfhaltung jedes 
Tieres je nach dem Zustande, in dem es sich befindet, eine verschiedene ist. Ebenso 
verhält es sieh mit dem Halse, der von den Tieren sowohl wagereeht, als aufrecht, als 
auch schräg getragen wird. Bei der Beschreibung des Halses bezeichnen die Aus- 
drücke vorn (oder unten) die Kehlseite und hinten (oder oben) die Naekenseite, oben 
oder vorn das Kopf- und unten oder hinten das Brustende.
        

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