Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880843
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Haut feststellen kann. WVährend bei einem unedlen Pferde gemeiner Rasse nur wenige 
Hautvenen sichtbar sind, treten bei dem edlen Pferde, namentlich wenn es psychisch 
aufgeregt ist, zahlreiche Venen und ganze Venennetze deutlich in der Haut auf u. s. w. 
Ebenso grosse Verschiedenheiten zeigen betreffs ihrer Entwickelung 
die einzelnen Körperteile; hier sind es besonders: Rasse, Geschlecht, Ernährungs- 
zustand, Gebrauchszweck u. s. w., welche einen grossen Einfluss auf die Entwickelung 
einzelner Körperteile ausüben und für die Beurteilung derselben im Einzelfalle ent- 
scheidend sind. Dies sind auch die Gründe, weshalb sich die sog. „Nor1naltiere" nicht 
konstruieren lassen und warum sich nicht angeben lässt, was wir unter einem sog. 
schönen Tiere verstehen. Was fur ein Rennpferd proportional und schön genannt 
werden muss, kann unproportional und hässlich für ein Zugpferd sein, was für ein 
Vollblutpferd in der Beurteilung von grosser WVertschätzung ist, kann unter Umständen 
einem Lastpferde zum Nachteil gereichen und umgekehrt u. s. w. Es muss eben die 
wahre Schönheit eines Tieres z. B. eines Pferdes nicht allein in harmonischer Ver- 
bindung seiner Körperformen und Linien, sondern in seiner höchsten Leistungsfähigkeit 
und Zweckmässigkeit für einen bestimmten Dienst gesucht werden. So erklärt es sich 
auch, warum z. B. ein Orlowtraber im Stande der Ruhe oft hässlich und gemein, da- 
gegen im sausenden Trabe herrlich, stolz und schön ist.  Deshalb können, wie schon 
erwähnt, die nachfolgenden Angaben, besonders soweit sie sich auf Winkelung der 
Gelenke, Länge, Stellung, Form, Entwickelung u. s. w. einzelner Körperteile beziehen, 
nur als Durchnittsmasse angesehen werden, welche dem bildenden Künstler 
wenigstens gewisse Anhaltepunkte geben sollen. Es kommt weiter hinzu, dass die 
innerhalb normaler Grenzen schwankenden Verschiedenheiten der Fonnverhältnisse 
einzelner Körperteile (z. B. des Kopfes) von uns nicht annähernd erschöpfend angegeben 
werden können, weil diese Lehre ein Buch für sich allein ergeben würde. Wer genauer 
über die einschlägigen Verhältnisse sich unterrichten will, den verweisen wir deshalb 
auf die nachfolgenden Spezialwerke über Exterieur und Beurteilungslehre der Haustiere. 
1. Die Pferdezucht von Müller und Schwarznecker. Berlin, Verlag 
von Paul Parey. 
2. Roloff. Die Beurteilungslehre des Pferdes und Zugochsen. Halle 1870. 
3. Günther. Die Beurteilungslehre des Pferdes. Hannover 1889. 
4. Born und Möller, Handbuch der Pferdekunde. Berlin. 
5. Adam. Die Lehre von der Beurteilung des Pferdes. Stuttgart 1881. 
6. Rueff. Das Pferd in seinen Rassen, Farben und Gangarten. Ravensburg 1874. 
7. Pusch. Beurteilungslehre des Rindes. Berlin 1896. 
8. Kraemer. Das schönste Rind. Berlin 1894. 
9. Uhelchowski. Über die Grundzüge für die Beurteilung der Pferde auf 
Leistungsfähigkeit. Leipzig 1893 (Tiermediziuisehe Vorträge). 
10. Kiesewalte r. Skelettmessungen am Pferd. Dissertation. Leipzig. 
11. Padelt. Skelettmesstingen am Schwein. Dissertation. Leipzig 1892. 
12. Lydtin. Das deutsche Rind. Berlin (Deutsche Landw. Ges.). 
Die 
äussere 
Haut 
mit 
den 
Haar- 
und 
Horngebilden. 
Die allgemeine Decke (aussere Haut) der Säugetiere ist durchgängig 
mit Haaren und an gewissen Stellen mit besonderen hornigen Gebilden 
(Hörnern, Nägeln, Hufen, Klauen u. s. W.) ausgestattet; auch bildet sie 
an einzelnen Stellen besondere Faltungen, Vorsprünge und Vertiefungen.
        

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