Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880836
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S t r e c k s e h n e d e r Z e h e n und im oberen Drittel des Mittelfusses aussen 
(lateral) neben ihr, schon an der a u s s e r e n (l a t e r a l e n) F l ä. c h e, die 
s e i tl i c h e S t r e c k s e h n e. Diese geht aber schräg vorwärts, sodass sie 
gegen die Mitte des Mittelfusses (zwischen 1. und 2. Drittel) die gemein- 
schaftliche Strecksehne erreicht, und mit dieser verschmilzt. In dem so 
entstehenden Zwischensehnendreieck liegt ein ganz dünner, unbedeutender 
Muskel, der kurze Zehenstrecker. Medial (innen) liegen die Knochen direkt 
unter der Haute. An der Sohlenfläche finden sich die beiden 
Beugesehnen und direkt am Knochen der beim Pferde 
sehnige mittlere Zwischenknochenmuskel. Die Verhältnisse 
stimmen mit denen des Vorderfusses überein (s. S. 146).  Die erwähnten 
Streck- und Beugesehnen modellieren sich i. d. R. durch die Haut. 
Die Hinterzehen. Abgesehen von den bei der Beschreibung des 
Skeletts erwähnten Verschiedenheiten stimmen die anatomischen Ver- 
hältnisse der Hinterzehen unserer Haustiere mit denen der Vorderzehen 
überein. 
VIII. 
Äusseres. 
In dem nachfolgenden Kapitel sollen die aus s eren Ers ch ein u ngs  
formen der Tiere, soweit dieselben für den bildenden Künstler Interesse 
haben können, geschildert werden. Es sei jedoch bemerkt, dass sich 
diese Schilderungen im Wesentlichen nur auf das Pferd beziehen und dass 
die anderen Tiere nur nebenbei erwähnt werden. Ausserdem muss er- 
wahnt werden, dass die meisten der folgenden Angaben nur für Durch- 
schiiittsverhaltiiisse gelten, keinesfalls aber absolute Richtigkeit für alle 
Individuen einer Tierart haben können. Das gilt sowohl für die 
Modellation von "Muskeln, Gefässen, Nerven u. s. w., als auch für die 
Entwickelung einzelner Körperteile nach Form, Grüsse (Lange, Dicke, 
Starke), Richtung, Lage, Verhältnis zu anderen Körperteilen u. s. f. 
Die Plastik der einzelnen Körpergegenden in Bezug auf das 
Modellieren von Muskeln, Gefässen u. s. w. ist je nach den Verhältnissen, je 
nach der Dicke der Haut, der Behaarung, dem Temperament, der Rasse der Tiere und 
vor allem je nachdem, ob das Tier ruht oder ob es sich bewegt u. s. w. ungemein 
verschieden. Wenn man z. B. bei einem ruhenden Pferde in einer bestimmten 
Körpergegend keine Muskelgrenzen, keine Vertiefungen, WVölbungen, Furchen u. s. w. 
bemerkt, so treten plötzlich bei der geringsten Bewegung alle diese Formungen in die 
Erscheinung. Während man bei einem dickhäutigen, fetten Pferde alles verschwommen 
wahrnimmt, keine Muskelgrenzen sieht und dergL, tritt bei einem edlen und mageren 
Tiere die oberflächliche Muskulatur plastisch so in die Erscheinung, dass man die 
einzelnen Muskeln fast wie an einem anatomischen Präparate, trotz der sie bedeckenden
        

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