Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880784
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 1. Der lange (gemeinschaftliche) Zehenstrecker liegt beim Menschen, Pferd 
und grösstenteils auch bei den Fleischfressern oberflächlich an der vorderen Fläche 
des Unterschenkels, bei den Wiederkäuern und dem Schweine liegt er unter dem 
3. Wadenbeinmuskel (der oberflächlichen Partie des vorderen Unterschenkelmuskels), 
mit dem er bei diesen Tieren grossenteils verschmilzt. Der Muskel entspringt an 
der lateralen (äusseren) Fläche des lateralen (äusseren) Knopffortsatzes des Oberschenkel- 
beines; er geht nahe dem Fussgelenke in seine Sehne aus. Diese geht beim Pferde, 
durch Ringbänder und die Fascie festgehalten, über die Beugetläche der Fusswurzel 
und über den Rücken (die vordere Fläche) des Mittelfusses, woselbst sie mit der Sehne 
des seitlichen Zehenstreckers verschmilzt, und der Zehen bis zum 3. Zehengliede, wo 
sie endet, nachdem sie sich auch an die anderen Zehenglieder angeheftet hat. Beim 
Menschen und den Fleischfressern spaltet sich die Sehne in 4 Schenkel, beim Schweine 
wird der Muskel gegen sein Ende dreibäuchig und bei den Wiederkäuern zweibäuehig; 
bei den Wiederkäuern und dem Schweine gehen mithin 3 oder 2 Sehnen am 
Fusse abwärts.  Beim Schweine enden die 3 Sehnen mit Ästen an allen 4 Klauen, 
während beim Rinde die innere Sehne an die innere Klaue geht und die iiussere 
Sehne, die sich in 2 Äste spaltet, an beiden Klauen endet. 
"Beim lebenden Tiere modelliert sich der Muskel, soweit er ober- 
iiachlich liegt, namentlich bei Kontraktion und Spannung deutlich durch 
die Haut. Auch seine Sehne tritt im angespannten Zustande strangartig; 
unter der Haut herxror. 
2. Nach aussen und hinten folgt auf den langen Zehenstrecker der seitliche 
Zehenstrecker, der dem Streeker der kleinen Zehe, dem M. extensor digiti miuiini, 
des Menschen entspricht und das rudimentäre YVadenbein und den äusseren Rand des 
Schienbeines des Pferdes bedeckt. Er entspringt. lateral am Naheende (aussen am oberen 
Ende) des Unterschenkelskeltatts und am lateralen (äusseren) Seitenbande des Ober-Unter- 
schenkelbeeingelenkes. Nahe dem Fussgelenke geht er in eine Sehne aus, die über die 
äussere (laterale) Seite des Fussgelenkes fusswärts verläuft und am Mittelfusse schräg 
vorwärts (nach unten und innen) geht und ungefähr in der Mitte desselben mit der 
gemeinschaftlichen Streeksehne verschmilzt. Bei den Fleischfressern geht die 
Sehne an die 5. Zehe und bei den WViederkäuern an die äussere Hauptzehe. 
Beim Schweine zerfällt der Muskel in 2 Bäuche, deren Sehnen zur äusseren Haupt- 
und zur äusseren Afterzehe gehen. 
A111 Unterschenkel modelliert sich beim Pferde der Muskel i. d. R. 
durch die Haut; er erscheint durch je eine Langsfurche vorn und hinten 
begrenzt; besonders deutlich tritt er plastisch am unteren Viertel des 
Unterschenkels herxtor; am Sprunggelenk wird seine Sehne durch dicke 
Bandinassen verdeckt. Am MllZlZGlfIISSG markiert sich die Sehne in Form 
eines vor- und zehenwarts gerichteten Langsstrangres. In ähnlicher Weise 
hebt sich der Muskel des Rindes plastisch ab. 
3. Bei den Wiederkäirern, dem Schweine und den Fleischfressern schiebt 
sich zwischen den langen und seitlichen Zehenstrecker "noch der lange Wndenbein- 
muske], M. pvronaeus longus, ein. Dieser Muskel liegt an der äusseren Seite des 
Unterschenkelskelettes; er entspringt am Wadenbeine und wohl auch noch am iiusseren 
Gelenkknorren des Schienbeines und am äusseren Seitenbande des Kniegelenkes; der 
Muskelbauch spitzt sich nach dem unteren Drittel des Untersehenkels allmählich zu und 
geht in eine Sehne aus, welche über den äusseren Rand der Fusswilrzel bis zu deren
        

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