Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880675
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an der Kniescheibe und ihren Bändern, der mittlere am Ober-Unterschenkelbeingelenke 
(dem Seitenbande) und der untere Ast mit einem Zweige am Fersenbeine und mit 
einem zweiten an dem Schienbeinkamme. 
Bei den Wiederkäuern spaltet sich der breite Muskel nur in 2Aste (Fig. 2, 
Taf. 2); dasselbe ist beim Schweine der Fall. Beim Hunde tritt keine Spaltung des 
Muskels in Aste ein, nur mit seiner sehnigen Endausbreitung heftet er sich ähnlich wie 
bei den anderen Tieren an, sodass seine Wirkung eine ähnliche ist. 
Der ganze Muskel und seine 3 Aste prägen sich beim Pferde durch 
die Haut hindurch aus. Seinen vorderen Rand markiert eine deutliche 
Rinne, der hintere Rand scheidet sich durch eine undeutliche Rinne vom 
halbsehnigen Muskel. Die 3 Aste sind durch 2 namentlich bei der 
Muskelkontraktion sehr deutliche Rinnen markiert. Die Richtung der 
Rinnen und Furchen ergiebt sich zur Genüge aus Fig. 74 auf Taf. 13 
des Pferdes. Beim Rinde modelliert sich der Muskel ebenfalls deutlich 
durch die aussere Haut. 
2. Der halbsehnige Muskel, M. semitendinosus (Texttig. 69), bildet im 
grossen und ganzen die hintere Umrandung der Hinterbacken und des Oberschenkcls; 
er liegt zwischen dem vorigen und dem folgenden Muskel. Sein Anfangsteil befindet sich 
allerdings beim Pferde mehr aussen (lateral), sodass hier der folgende Muskel die hintere 
(schwanzseitige) Kontur der Hinterbaeke bildet. Beim Pferde und Schwein e beschreibt 
der Muskel zwischen dem Kreuzbeine und dem Kniegelenk einen nach hinten konvexen 
Bogen, dessen Anfangsabschnitt aussen und hinten am Becken, dessen Mittelstück 
hinten am Oberschenkel und dessen Endabsehnitt innen (medial) am Schenkel liegt. 
Etwas fusswärts vom Kniegelenk geht der Muskel in eine Sehnenhaut aus, die mit 
einem Aste am Schienbeinkamnic endet und sich mit einem zweiten, in die Unter- 
schenkelbinde übergehend, am Fersenbeine ansetzt. Bei den Wiederkäuern, den 
Fleischfressern und dem Menschen beginnt der Muskel nicht an der Wirbel- 
säule, sondern nur am Sitzbeine und trägt also zur Bildung der Hintcrbacke nichts bei. 
Er ist durch die Haut hindurch wahrnehmbar und grenzt 
sich beim Pferde durch flache Furchen, die besonders bei der Kon- 
traktion des Muskels selbst oder der benachbarten Muskeln deutlich 
werden, ab. Diese Furchen sind in Fig. 74 auf Taf. 13 und in Fig". 73 
auf Taf. 11 des Pferdes mit 59 und 80 bezeichnet. Beim Rinde 
modelliert er sich am Oberschenkel in ähnlicher Weise wie beim Pferde. 
3. Der halbhäutige Muskel, M. semimembranosus (Textlig. 69 und 71), 
liegt rückwärts und innen von dem vorigen. Beim Pferde bildet der Muskel denselben 
Bogen vom Kreuzbein bis zum Kniegelenk, wie bei den vorigen Muskeln; er liegt aber 
innen neben beiden und endet im wesentlichen am inneren Seitenbande des Kniegelenks 
und am medialen (inneren) Knorren des Oberselienkel- und Schienbeines. Bei den 
anderen Haustieren spaltet sich der Muskel in 2 Aste, die innen am unteren Ende des 
Oberschenkels und am oberen Ende des Sehienbeines enden. Der Endabschnitt des 
Muskels liegt ganz unter dem schlanken Schenkelmuskel (breiten Einwärtszieher). 
Durch die Haut modelliert sich namentlich bei Kontraktion des- 
selben der hintere Randabsehnitt des oberen und mittleren Teiles des 
Muskels, irvahrend seine Hauptmasse von anderen Muskeln verdeckt wird; 
sein Endabschnitt liegt ganz in der Tiefe.
        

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