Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879129
Die Anatomie für Künstler, die plastische Anatomie, hat 
in erster Linie die Aufgabe, die Anordnung und Gestaltung derjenigen 
Teile des TlQTkÖFpETS zu erforschen und zu beschreiben, welche die 
ausseren Körperformen bedingen, sie ist also die Anatomie der Körper- 
formen. 
Der Künstler soll aber nicht nur die Formen und Gestaltungen des ruhenden, 
sondern auch die des in Bewegung begriffenen Körpers kennen. Deshalb ist es Sitte, 
in den die plastische Anatomie behandelnden Lehr- und Handbüchern auch die 
Verrichtungen der Körperorgane, d. h. die Physiologie, insoweit zu besprechen, 
als dies für das Verständnis der Gestalt- und Formänderungen bei den Bewegungen 
notwendig ist. Durch die plastische Anatomie soll der Künstler sonach nicht nur 
die Kenntnis der Formen und Proportionen des Tierkörpers im ruhenden Zustande, 
sondern auch die der verschiedenen Stellungen und Bewegungen und der dabei 
ablaufenden Formveränderungen erhalten. Er soll kennen lernen, welche Verände- 
rungen der anatomischen Teile die betreffenden Formveränderungen hervorrufen. Wir 
müssen also bei unserer Darstellung nicht nur die anatomischen, sondern auch gewisse 
physiologische Thatsachen in den Bereich unserer Betrachtungen ziehen. Ausser- 
dem dürfte noch ein Teil der Lehre vom Ausseren der Tiere (Exterieur, Beurteilungs- 
lehre) und der Rassenlehre in den Bereich der Betrachtungen zu ziehen sein. Aus 
der Lehre vom Ausseren würde zur Erleichterung der Darstellung der anatomischen 
Verhältnisse eine kurze Betrachtung über die Benennung der Körpergegenden voraus- 
zusenden sein. Die Figur 1 giebt aber über diese Frage so genügenden Aufschluss, 
dass eine nähere Besprechung der Körpergegenden und ihrer Grenzen überflüssig wird. 
Es mag in dieser Beziehung nur Folgendes erwähnt sein: 
Man unterscheidet am Körper der Haustiere den Kopf, den Rumpf 
und die Gliedmassen. 
Am Kopfe trennt man den das Gehirn bergenden Hirn- 
schadel von dem die Grundlage des Gesichts bildenden Gesichts- 
schädeL 
Am Hirnschädel sind folgende Gegenden zu berücksichtigen (s. Textüg. 1): 
1) die Hinterhauptsgegend mit der Genickgegend, in der der Kopf beweglich mit 
dem Halse verbunden ist. Vor dieser Region liegt 2) die Seheitelgegend, die 
seitlich in 3) die Schläfengegenden mit der jederseitigen Ohrgegend übergeht. NVeiter 
folgen nach vorn 4) die Stirngegend in der Mitte und seitlich davon 5) die Augen- 
gegenden. 
Daran schliesst sich vorwärts der Gesichtsschädel. An diesem unterscheidet 
man zunächst vorn und oben 1) die Nasengegend mit dem Nasenrücken, der Nasen- 
spitze, den Seitengegendexx der Nase und den Nasenlöchern, 2) die Lippengcegenxl, 
3) die Backengegexid und 4) die Ganaschengegendeil, welche rückwärts von diesen und 
unter dem Hirnschädel liegen. Zwischen den Lippen befindet sich die Lippenspalte. 
5) Ellunborgoräßaum, Anatomie des Hundes, 1891; 6) Ellenberger kBaum, 
lbpographischu Anatomie dvs Pferdes, 3 Bände, 1897; 7) Mivart, Thu Cfat, London 
1881; 8) Suhmaltz, Ossa extremitatum vqui, Bvrlin 1898; 9) Sussdorf, Lehrbuch 
dvr vorglcichundvu Anatomie dor Haustinrv, Stuttgart 1895; 10) Martin, Lehrbuch 
der Anatomie der Haustiere, Stuttgart 1892.
        

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