Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880556
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klammern oder Eingreifen in den Boden, indem er den mit der Sohlen- 
iiäche auftretenden Fuss nach hinten, d. h. fest gegen den Boden zieht. 
Er trägt auch das Fesselgelenk und hilft bei feststehendem Fusse bei 
der Streckung des Ellenbogengelenks. Über die passive VTirkung der 
Zehen- und Fussbeuger beim Stehen der Pferde s. S. 69. 
Der dreibäuchige tiefe Zehenbenger (Texttig. 64) entspringt mit einem gemein- 
schaftlichen Kopfe (dreibäuchigem Oberarmkopfe) am Beugeknorren des Ober- 
armbeines; er liegt dann mit seinen 3 eng mit einander verbundenen Bäuchen an der 
hinteren Fläche der Speiche und geht beim Pferde nahe der Vorderfusswurzel in eine 
starke, rundliche Sehne aus, die an der Beugetläche der Vorderfusswurzel (innenseitig 
vom Erbsenbeine) und an der hinteren Fläche (Sohlentläche) des Mittelfusses und der 
Zehen liegt und am letzten Zehengliede endet, nachdem sie die Sehne des oberfläch- 
lichen Zehenbcugers durchbohrt hat. Der hintere Speiehenmuskel (Speichen- 
kopf des tiefen Zehenbeugers) liegt, bedeckt vom vorigen, als platter, schlaffer 
Muskel an der hinteren Fläche des mittleren Drittels der Speiche; seine Sehne ver- 
schmilzt noch am Unterarm mit der des vorigen Muskels. 
Der hintere Ellenbogenmuskel (Ellenbogenkopf des tiefen Zehen- 
heugers) ist ein kurzer und nicht breiter Muskelkopf, der hinten zwischen dem 
äusseren und inneren EllBIIbOgGIIIIILISkEl direkt an der Haut liegt und schon im oberen 
Drittel der Speiche in eine Sehne ausgeht, die nahe der Vorderfusswurzel mit der 
Sehne des tiefen Zehenbeugers verschmilzt. Er entspringt am hinteren Rande und der 
inneren Fläche des Ellenbogenhöckers. Die vorbeschriebenen 3 Muskeln gehen also in 
eine einzige Sehne aus und stellen sonach eigentlich einen einzigen (3 köpfigen und 
öbäuchigen) Muskel dar. 
Bei den anderen Haustieren spaltet sich die gemeinschaftliche Sehne der 3 gen. 
Muskeln, d. h. die tiefe Beugesehne der Zehen, am Mittelfusse und zwar bei den 
Wiederkäuern in 2, beim Schweine in 4 und bei den Fleischfressern in 
5 Sehnen, die an dem 3. Gliede der ontspr. Zehe enden. 
Der Muskel selbst liegt so in der Tiefe, dass sich nur ein Rand 
von ihm am Übergange der äusseren zur hinteren Fläche des Unterarms 
und zwar dicht über der Vorderfusswvurzel durch die aussere Haut 
modelliert. Anders seine Sehne; diese modelliert sich am Fusse des 
lebenden und toten Tieres deutlich durch die Haut, namentlich, wenn sie 
durch Muskelkontraktion oder durch Dehnung (Wirkung der Antagonisten) 
angespannt ist. Am Mittelfusse modelliert sie sich (ladurch, dass sie 
(von der Seite gesehen) nach vorn durch eine deutliche Furche gegen den 
Fesselbeinbeuger (M. interosseus medius) und nach hinten durch eine 
Weniger deutliche und vielfach nicht nachweisbare Furche gegen die ober- 
iiachliche Beugesehne abgegrenzt erscheint. 
Der oberiläehliehe Zehenbeuger, M. flexor digitorum sublimis (Textiig. 
64), liegt auf dem tiefen Zehenbeuger und unter dem inneren Ellenbogenrnilskel. Er 
entspringt am Beugeknorren des Oberarmbeines und geht beim Pferde am unteren 
Drittel des Unterarmes in eine platte Sehne aus, die, hinten auf der tiefen Beugesehne 
gelegen, zehenwärts geht und sich am 1. Zehengliede in 2 Schenkel spaltet, die am 
2. Zehengliede enden, nachdem die tiefe Beugesehne zwischen ihnen hindurch gegangen 
Ellen berger, Baum n. Dittrich, Anatomie für Künstler. 10
        

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