Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880473
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Der die Unterarmfascie anspannende Spanner der Unterarmbinde 
kann, wenn die anderen Strecker unthätig sind, mit den Beugern ge- 
meinsam beugend auf das Fussgelenk Wirken. 
Der dreiköpüge Unterarmstrecker, M. triceps brachii, stellt eine gewaltige, 
dreieckige Muskelmasse dar, die den oben gen. Raum ausfüllt. Er hat einen langen, 
einen äusseren (lateralen) und einen inneren (medialen) Kopf. Der lange (oder 
Schulten) Kopf beginnt als starker, dreieckigcr Muskel am hinteren Rande des Schulter- 
blattes, der äussere als kräftiger, länglieh-viereckiger Muskel auf der äusseren Fläche 
des oberen Teiles und der innere als relativ schwacher Muskel am mittleren Drittel 
der inneren Fläche des Oberarmbeins. Gegen den Ellenbogenhöcker hin vereinigen 
sich die 3 Muskelköpfe und enden mit einer gemeinsamen Sehne an diesem Skelett- 
teile. Unter dem äusseren Kopfe liegt zwischen dem Endabschnitte des Armbeins und 
dem Ellenbogenhöcker der kleineUnterarmstrecker, M. an conäus (parvus). Der hintere 
(beckenseitige) Rand des dreiköpiigen Armmuskels wird z. T. etwas überragt vom 
hinteren Randabsehnitte des im übrigen unter (nach innen von) ihm liegenden und 
von ihm verdeckten, platten Spanners der Unterarmbinde, der z. T. mit dem drei- 
köpfigen Unterarmstrecker am Ellenbogenhöcker endet und im übrigen in die Fascie 
des Unterarms übergeht. Dieser Muskel fehlt dem Menschen. 
Die Streckergruppe des Unterarms markiert sich gut 
durch die Haut. Die hintere Grenze, die sich beim lebenden Tiere gut 
abzeichnet, wird gegeben durch eine Linie, die man vom hinteren Winkel 
des Sehulterblattes zum Ellenbogenhöcker zieht (Fig. 74 Taf. 13 Pferd). 
Die untere Grenze wird dadurch deutlich, dass der untere Rand des 
ausseren Kopfes, besonders bei Kontraktion und Anspannung, deutlich 
hervortritt und zwar in einer Linie, die man ungefähr vom äusseren 
Umdreher des" Oberarmbeines zum Ellenbogenhöeker zieht; nahezu 
parallel mit dieser Linie findet sich beim Pferde ungefähr handbreit 
weiter oben eine zweite Markierung, welche die Grenze zwischen dem 
langen und ausseren Kopfe angiebt. Beide Muskelköpfe erhalten bei der 
Kontraktion eine iiach gewölbte Oberfläche. Nach der Schulter hin giebt 
eine ungefähr in der Langsachse der letzteren verlaufende, seichte Rinne 
(Furche) die Abgrenzung des dreiköpiigen Armmuskels gegen den Delta- 
muskel und den unteren Gratenmuskel an. 
In der Ruhe wölbt sich infolge Erschlaffung der aussere Kopf stark 
vor, sodass seine untere Hälfte wulstig gewölbt hervortritt. 
Aufbau von Schulter und Oberarm. Die Schulter baut sich auf aus dem 
Schulterblatte und der dasselbe umlagernden Muskulatur. Auf seiner Oberfiäche liegen, 
beide Grätengruben ausfüllend und den Hals- und beckenseitigen Rand überragend," 
die beiden Grätenmuskeln; an den vorderen (halsseitigen) Rand des vorderen Gräten- 
muskels schliesst sich beim Pferde noch ein Kopf (resp. Ast) des tiefen Brustnnuskels 
an. Gegen den Hals hebt sich beim lebenden Tiere die Schulter deutlich ab, trotz- 
dem sie oben noch vom Kapuzenmuskel, unten vom Kopfnicker verdeckt wird. Auch 
nach oben, gegen den Brustriicken (Widerrist) hin zeichnet sich die Schulter (bezw. 
die Basis derselben) mit Einschluss der Sehulterblattknorpelgegend ab. Nach hinten 
folgen ein Teil des dreiköpfigen Arnistreckers und der Deltamuskel und unter diesen 
(nach innen von ihnen) die beiden runden Muskeln. Diese Muskelmasse hebt sich mit
        

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