Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880360
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Gliedmasse und Beuger des Schultergelenks. Seine vordere Partie presst 
das obere Ende des Schulterblattes an den Rumpf. Bei festgestellter 
Gliedmasse zieht er den Rumpf nach vorn und hindert beim Ziehen das 
Anfbiegen der Wirbelsäule; er presst auch den Brustkorb zusammen und 
wirkt also als Ausatmungsmuskel.  Bei der Wirkung der Strecker des 
Armgelenks unterstützt der Spanner der Unterarmbinde wegen seiner 
anatomischen Verbindung (a in Textiig. 55) mit diesem Muskel diese 
Streckung und hilft die Gliedmasse feststellen. 
Der grosse Rückenmuskel liegt auf der Seitenwand der Rippen zwischen 
dem Rücken und Oberarm. Er entspringt in grosser Ausdehnung vom 3. Brustwirbel 
bis zum Hüfthöcker mit einer Sehnenhaut und endet an der inneren Fläche, am inneren 
Umdreher, des Oberarmboines. Sein Endabschnitt liegt also unter den Schulterarm- 
muskeln und kommt plastisch nicht in Betracht. 
Der Muskel markiert sich trotz der ihn bedeckenden Hautmuskeln 
beim lebenden Tiere, namentlich bei der Kontraktion. Dabei bildet sein 
Vorderer Rand eine ziemlich gerade Linie vom 8. Brustwirbel in der 
Richtung gegen den Ellbogenhöcker; der untere-hintere Rand dagegen 
fällt mit einer Linie zusammen, die man vom Darmbeinhöcker zum Ende 
des oberen Drittels des Oberarms zieht. Sein vorderer-oberer Abschnitt 
liegt auf dem Rückenwinkel des Seliulterblattes und Schulterblattknorpels 
und drückt denselben bei Kontraktion an den Rumpf. 
 5. Der Kopfnieker, M. sterno-eleidomastoideus (Textiig. 45 
u. 55), ist, indem er das Sehultergelenk, das Oberarmbein und das Ellen- 
bogengelenk verzieht, der eigentliche Vorwartsführer der Glied- 
masse. Bei rückwärts festgestellter Gliedmasse ist er Rückwärtszieher 
des Rumpfes und bei einseitiger Wirkung Seitwärtskrümmer des Halses. 
Ausserdem kann er als Hals- und Kopfstrecker und Halserheber wirken. 
Beim Menschen beginnt der seitlich am Halse liegende Muskel am Warzenfort- 
satz des Sehläfenbeins und an dem Hinterhauptskamme und endet mit einem Aste (M. 
sternomastoideus) am Brust- und mit dem andern Aste (M. cleidomastoideus) am 
Schliisselbeine. Bei den Haustieren ist der am Brustbein endende Teil, der M. 
sternomastoideus, zu einem selbständigen Muskel geworden, der beim Pferde 
und z. T. auch beim Rinde an den Unterkiefer tritt und deshalb auch Brust- 
kiefermuskel, M. sternomandibularis, genannt wird; dieser ist S. 112 schon be- 
schrieben worden; der beim Menschen am Sehlüsselbeine endende M. cleidomas- 
toideus oder brachiocephalieus, Kopfnieker oder Kopf-Hals-Armmuskel setzt 
sich bei den Haustieren infolge Fehlens eines Sehlüsselbeines bis zum Oberarmbein 
fort und entspringt nicht allein am Warzenfortsatz des Schläfenbeins, sondern gleich- 
zeitig an dem Hinterhauptsbein oder an Halswirbelquerfortsätzen oder an der Mittel- 
linie des Naekens. Der am Oberarmbein gelegene Endteil dieses Muskels dürfte dem 
am Schlüsselbein des Menschen entspringenden Teile des M. deltoideus entsprechen. 
ISeim Pf e rde entspringt der Muskel breitsehnig am Genickkamme des Hinter- 
hauptsbeines und am Warzenfortsatz des Sehläfenbeines und ausserdem mit Fleisehzacken 
an den Querfortsätzen des  Halswirbels; er geht dann seitlich am Halse so herab, 
dass sein unterer, bezw. vorderer Rand die Drosselrinne begrenzt; er ist gegen das
        

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