Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880309
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uudträgt. Es ist je eine der Hauptaufgaben der Schultergliedmassen, 
bei allen Bewegungen den ihnen von den Beckengliednlassen zugeworfenen 
Teil der Körperlast elastisch und im Gleichgewicht aufzufangen und 
zu stützen. 
 "Die Schultergliedniassen sind nicht geeignet, den Antrieb zur Be- 
wegung zu geben und den Schwerpunkt ausgiebig zu verschieben. Dies 
"geschieht bei der Vorwärtsbewegung von den Beckengliedmassen (Text- 
iigur 44); nur beim Rückwvärtsgehen müssen die Brustgliedmassen den 
Schwerpunkt nach hinten verschieben und dadurch den Antrieb zur Be- 
wegung geben. Wegen der mangelnden knöchernen Verbindung mit dem 
Rumpfe geht dabei viel Kraft verloren; die Rückwärtsbevsiegung ist "des- 
halb schwierig, ermüdend und nicht ausgiebig. Bei den Beckengliedmassen 
liegen die Verhältnisse ganz anders. Diese sind direkt mit dem Ruinpfe 
verbunden, sodass die Kraftübertragung von den Gliedmassen auf den 
Rumpf und umgekehrt ohne grösseren Kraftverlust erfolgen kann. 
Die Muskeln des freien, nicht am Rümpfe liegenden Teiles der Gliedmasse sind so 
angeordnet, dass die Gliedmassen eine verhältnismässig schmale vordere und hintere 
Flächerbesitzen, damit sie leichter beweglich sind und weniger Widerstand an der zu 
durchschneidenden Luft finden (Fig. 18, 58 u. 82 Taf. 14 
 Pferd). Jebsehmaler das Vorderteil eines Tieres ist, um 
x Rautenm, so grosser ist dessen Beweglichkeit. 
X Zur Beurteilung der Wirkung der Rumpfschulter- 
i". Brusmü des muskeln sei noch erwähnt, dass das Schulterblatt unter 
X Karrßnm-        
g gewissen Verhaltnissen einen zweiarmigen Hebel darstellt, 
 dessen Drehpunkt an der Ansatzstelle des grossen Säge- 
 f muskels liegt. Wenn bei so festgestelltcm Schulterblatt der 
obere Teil desselben nach hinten bewegt wird, dann 
kommt der untere Teil und damit die ganze Glied- 
x masse nach vorn. Es ist dann also ein von hinten 
kommender Muskel Verführer der G-liedmassen. Ist 
aber das Schulterblatt nicht an dem betr. Punkte fest- 
{ gehalten, dann wirken die von vorn kommenden Mus- 
Fig_ 50_ keln (Halspartien des Kappen- und Rautenmuskels) 
vorführend auf die Gliedmassen (Textfig. 50). 
Über die Muskelwirkung bei der Locomotion sei über- 
sichtlich Folgendes erwähnt (s. Textiig. 58-57): Das Überziehen 
des Rumpfes zur Entlastung des zu erhebenden Beines ge- 
schieht durch die Brustmuskeln. Beim Erheben der Gliedmasse wirkt 
vor allem der Kappeninuskel, der das Schulterblatt etwas hebt; letzteres 
wird mit seinem Gelenkende durch den Brustteil des Kappen- und den 
beckenseitigen Abschnitt (Brustabschnitt) des grossen Sägemuskels vor- 
geführt, indem diese den Basisteil des als zweiarmigen Hebel wirkenden 
Schulterblattes becken- und bauchirvarts ziehen. Dabei wird das Schulter- 
gelenk 
durch 
den 
grOSSGH 
und 
kleinen 
runden , 
den 
Delta- 
und 
gTOSSGD.
        

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