Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880298
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auch die Bewegungen des Rumpfes und die der Gliedmassen infolge des 
Ineinandergreifens der Wirkung der Rumpfgliedmassen- in die der Rumpf- 
muskeln zweckmassig und harmonisch gemeinsam erfolgen.  
Die Anordnung der Gliedmassemnuskeln ist physiologisch im all- 
gemeinen eine derartige, dass von den Bewegungen des Ellenbogen- und 
des Kniegelenkes die der unteren Gelenke abhängig sind. Anatomisch 
sind sie so angeordnet, dass die Hauptmuskelmassen am Gliedmassen- 
gürtel und am Oberarm, bezw. Oberschenkel liegen. Die mehr abwärts 
gelegenen Muskeln, welche event. die Verführer, Feststeller u. s. w. unter- 
stützen und beugend, streckend u. s. w. auf die einzelnen Gelenke 
wirken, haben ganz besonders auch noch die Aufgabe, das sichere Ein- 
greifen des Fusses am Boden zu vermitteln, also dafür zu Sorgen, dass 
der Fuss die richtige Stelle am Boden erreicht und dass das Tier im 
Gleichgewicht aufgefangen und gestützt wird. 
Muskeln 
der 
Schultergliedmasse. 
Die Aufgaben der Schultergliedmasse ergeben sich aus dem vor- 
stehend Gesagten. Die Muskeln der Schultergliedmassen zerfallen in die 
ihre Verbindung mit dem Rumpf herstellenden Rumpfgliedmassen- und 
die eigentlichen Gliedmassenmuskeln. Dadurch, dass die meisten Glied- 
massenmuskeln mehrgelenkig sind und dass dieselben vielfach iiber- und 
ineinandergreifen, kommt eine eigentümliche Abhängigkeit der einzelnen 
Gelenke von einander zu stande. S0 hat z. B. bei nicht festgestelltem 
Schenkel jede Beugung des Schultergelenks die Beugung des Armgelenks 
zur Folge; andererseits kann das Schultergelenk nicht gebeugt werden, 
Wenn das Arm- oder Ellbogengelenk gestreckt ist; das Armgelenk kann 
aber gebeugt werden, wenn das Schultergelenk gestreckt ist. 
 Sehr Wichtig ist weiterhin, dass das Fuss- und die Zehengelenke den 
Bewegungen des Ellbogengelenks namentlich bei dem Pferde unbedingt 
folgen müssen. Die Streckung oder Beugung des letzteren hat stets auch 
die entspr. Stellung der unteren Gelenke zur Folge.  Die Gliedmasse 
kann in jeder Beugestellung fixiert werden, wenn die Strecker des Arm- 
oder Ellbogengelenkes und der Fuss- und Zehengelenke zusammen wirken. 
Bei Unthatigkeit der Strecker oder Beuger des Ellbogengelenks können 
die anderen Gelenke auch selbständig gestreckt werden.  Eine 
F eststellung der Gliedmasse in der Streck- oder einer anderen Stellung 
ist jedoch nur möglich, wenn die Strecker des Ellbogengelenks thatig 
sind. Die Feststellung muss bei der Bewegung stets dann erfolgen, wenn 
die Last des Rumpfes aufgenommen werden soll; die Gliedmasse muss 
dann zu einer soliden, elastischen Säule werden, die den Rumpf stützt
        

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