Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880263
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Brustkorb durch die betr. Halsmuskeln nach Vorn festgestellt ist und 
somit die Bauchmuskeln vorn den fixen Punkt nehmen. Besonders kräftiger 
Vorzieher des Beckens ist der gerade Bauchmuskel. Wenn die Bauch- 
muskeln aber ihren fixen Punkt hinten oder "oben nehmen, dann ver- 
engern die beiden schiefen Bauchmuskeln die Brusthöhle, indem sie 
die Rippen nach hinten ziehen. Bei asthmatischen Pferden entsteht durch 
die Ausatmungswirkung der Bauchmuskeln die sogen. Dampfrinne (vom 
Brustbeine am Rippenknorpelrande entlang). Die Bauchmuskeln können 
auch den Brustkorb, bezw. das Vorderteil nach hinten ziehen. 
Der Bauchhautmuskel bewegt die Haut, legt sie event. in 
Falten, erschüttert sie, um Insekten abzuschütteln und dergl, Wirkt aber 
auch auf die Gliedmassen, indem er das Zurückziehen der vorderen und 
das Vorziehen der hinteren unterstützen kann. 
 Die Wirkung der Bauchmuskeln als Träger der Baucheingewveide 
und Feststeller des Rumpfes Wird bei den Pflanzenfressern, namentlich 
beim Pferde, Wesentlich durch eine diese Muskeln überziehende, dicke, 
elastische Fascie, die gelbe Bauchhaut, unterstützt. 
Die Muskeln des Schwanzes. 
(Fig. 2 Taf. 2 der einzelnen Tierarten.) 
Das Skelett des nach allen Richtungen leicht beweglichen Schwanzes ist am An- 
fange rundum von Muskeln umlagert, die spitzenwärts immer dünner und schliesslich 
sehnig werden. Oben auf den Schwanzwirbeln liegen die Heber oder Strcckcr und 
unten die Nicderzieher oder Beuger des Schwanzes, seitlich befinden sich die Zwischen- 
quermuskeln und am Anfange des Schwanzes der in der Beckenhöhle entspringende 
Seitwärtszieher desselben. Die Beuger und Strecker beginnen am Kreuzbein, selbst 
an den letzten Lendenwirbeln und liegen also am Rumpfe. Man findet jederseits 2 
nebeneinander liegende Beuger und ebenso viele Strecker. Die Schwanzmuskeln treten 
am lebenden Tiere plastisch wenig in die Erscheinung. Die behaarte Haut verdeckt 
sie, nur der Seitwärtszieher des Schwanzes macht insofern eine Ausnahme, als sich 
beim Pferde sein hinterer Rand in der Regel durch das beobachtende Auge feststellen 
lässt. Es führt zur Bildung einer Falte und giebt beim Rinde die Grundlage einer 
m. o. w. deutlichen Grube zwischen dem Ursprungsteile des Schwanzes und dem 
Kreuzsitzbeinbande (cfr. Rind, Taf. I). Die Schwauzmuskeln bewegen den Schwanz 
nach allen Richtungen. 
Aufbau des Halses des Pferdes (Fig. 70, Taf. 14 Pferd). An der Halswirbel- 
säule liegen die Muskeln und anderen Organe derart, dass sie nicht nur die Zwischen- 
räume zwischen den Fortsätzen der Wirbel ausfüllen, sondern dieselben noch weit 
überragen. An der oberen (hinteren) Fläche des Halses findet sich in der Mittelebene 
des Körpers das z. T. sehr hohe, platte Nackenband und seitlich an diesem die Nacken- 
muskulat-ur, die vorwiegend aus platten Muskeln besteht, die schichtenweise zu beiden 
Seiten der Nackenbandplatte angeordnet sind und die obere Fläche der Wirbel und 
der Fortsätze derselben bedecken. 
a) Auf die Haut folgen über der Wirbelsäule, bezw. hinter derselben, zu- 
nächst eine dünne Muskelschicht (Kappen- und Hautmuskcl), dann der Riemen- und
        

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