Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880145
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Die Rückenmuskeln Wirken selten allein; sie sind kopf- und schwanz- 
wärts mit anderen Muskeln derart verbunden, dass sie in die Wirkung 
dieser Muskeln eingreifen und dass diese Muskeln ihre Wirkung auf das 
Vorder- oder Hinterteil übertragen. Nach vorn setzen die Nacken- und 
nach hinten die Gesäss- und Hinterbackenmuskeln die Rückenstrecker 
fort. Die Rückenstrecker können, je nachdem, 0b sie vorn oder hinten 
ihren festen Punkt nehmen, d. h. je nachdem ob das Vorder- oder Hinter- 
teil durch andere Muskeln festgestellt und der Schwerpunkt nach vorn 
oder hinten verschoben ist, auch, unterstützt von den gen. Hilfsmuskeln, 
das Vorder- oder Hinterteil erheben. Näheres über die Wirkung der 
Rückenmuskeln, die dieselben mit anderen Muskeln gemeinsam entfalten, 
s. unten.  Für die Bewegungen des Rückens allein sind folgende Muskeln 
zu erwähnen: 
Als Strecker (Einbieger) des Rückens fungieren: 1. der lange Rücken- 
muskel, 2. der lange Staehelmuskel, 3. der vieläistige Rüekenmuskel, 
4. Zwischenquer- und Zwischendornmuskeln. Unterstützend wirken noch der 
grosse und kleine Lendenmuskel und der lange Halsbeuger, wenn erstere ihren fixen 
Punkt an den feststehenden Gliedmassen und der letztere denselben am feststehenden 
Halse nimmt. Als Aufbieger der Wirbelsäule wirken der gerade Bauchmuskel 
und für den hinteren Abschnitt der kleine Lendenmuskel, der das Becken 
bei sonst feststehender Wirbelsäule niederzieht und dadurch den hinteren Teil des 
Rückens aufkrümmt (bei der Koth- und Harnentleerung), und der viereckige Lenden- 
muskel. 
Das seitliche Einbiegen erfolgt vor allem durch einseitige Wirkung des 
langen Riiekenmuskels. Unterstützend wirkt der vielästige Staehelmuskel. 
Das Feststellen der Wirbelsäule gelingt, wenn die Rückenstreeker mit dem 
mächtigen geraden Baueh- und dem viereckigen Lendenmuskel gemeinsam wirken. 
Die Gesamtwirkilngen der Rumpfmuskeln. Der Rumpf als 
Ganzes kann durch Muskelwirkung vor- und rück-, ein- und auswärts 
bewegt oder in seiner Totalität in bestimmter Stellung fixiert werden. 
Weiterhin kann auch das KTorderteiI auf das Hinterteil erhoben werden 
(Steigen) oder umgekehrt (zum Hintenailsschlagen). Endlich kann die 
Wirbelsäule nach oben, unten und seitwärts gebogen oder in der für be- 
stimmte Zwecke geeigneten Stellung festgestellt werden. 
Die Vor-, Rück-, Ein- und Auswärtsbewvegung des Rumpfes 
geschieht durch Rumpfgliedmassenmuskeln. Über diese Bewegungen des 
Rumpfes wird deshalb an anderer Stelle gesprochen werden. Es handelt 
sich dabei stets um eine Verschiebung des Schwerpunktes des Tieres. 
Dabei wird entweder der ganze Rumpf oder nur ein Teil desselben, 
z. B. das Vorder- oder Hinterteil in einer bestimmten Richtung ver- 
schoben. Die Biegungen der Wirbelsäule erfolgen in der Regel 
nur regionenweise und kann in dieser Richtung auf das bereits Gesagte 
verwiesen werden.
        

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