Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880116
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aber den Aufwand einer erheblichen Kraftsumme durch starke Muskeln und zwar aus" 
folgendem Grunde: Die bei starken Anstrengungen der Tiere behufs Feststellung der 
Wirbelsäule, Vorführen des Hinterteils u. s. w. u. s. w. thätigen Muskeln heften sich 
z. T. mit ihrem einen Ende an die Rippen (z. B. die Bauchmuskeln) an, z. T. gehen 
sie über den Brustkorb hinweg (z. B. grosser Rückcn- und Bauchhautmuskel, Brust- 
muskeln). Wenn sich diese -Muskeln kontrahieren (was bei allen körperlichen An- 
strengungen nötig ist), würden sie den Brustkorb, wenn die Rippen nicht festgestellt 
würden, zusammendrücken, dadurch die Atmung beengen und das Tier leistungsunfähig 
machen; ausserdem könnten diese Muskeln ihre volle Kraft nicht entfalten, weil der 
fixe Punkt fehlen würde, von dem aus sie auf das Hinterteil und den Rücken wirken 
könnten. Damit diese Nachteile vermieden werden, sind die mächtigen Atmungsmuskeln 
nötig, welche die Rippen feststellen und den Feststellern des Rückens, den Vorführern 
des Hinterteils u. s. w. durch antagonistische Wirkung einen festen Punkt schaffen. 
Dazu kommt, dass die Wirkung der Atmungsmtiskeln auch noch (lurch die Bauch- 
eingeweide, deren Gewicht verengernd auf die Brusthöhle wirkt, erschwert wird. 
Näher auf die die Atmungsmuskcln unterstützenden Muskelwirkungen, Sehnen- 
häute u. dergl, und auf die Vorteile des Einatmungszustandes beim Auffangen der 
Last beim Sprunge, Trab, Galopp einzugehen, erscheint uns nicht notwendig. 
Die Erweiterung des Brustkorbes, die VEinatmung, bewirken (Textüg. 37 
und 38) vor allem alle diejenigen Muskeln, welche von oben und vorn ab- und rück- 
wärts an die Rippen herantreten und mithin die Rippen v_or- und auswärts drehen, es 
sind: 1. die äusserenZwischenrippenmuskeln, 2. die Heber der Rippen, 3. der 
Darmbeinrippenmuskel oder gemeinschaftliche Rippenmuskel, wenn der- 
selbe den fixen Punkt vorn nimmt, 4. die vordere Portion des kleinen Sägemuskels 
(dorsalen gezahnten Muskels), 5. der Quermuskel der Rippen, 6. die Rippenhalter, 
welche die ersten Rippen etwas halswärts ziehen und in dieser Stellung feststellen und 
so den anderen Einatmungsmuskeln, bezw. den äusseren Zwischenrippenmuskeln einen 
fixen Punkt schaffen. 7. Die Zwischenknorpelmuskeln. 
Heber d. Rippen. 
Vorderer Teil des 
kleinen Sägem. 
 
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Rippenha1ter__j  
Querm. der Äusserar 
Rippen Zwischenrippemn. 
Fig. 37. 
Gemeinseh. Rippenm. 
(Eiuatmungsteil) 
b;   
jl v,    
) Gemeinsch. 
Rippenm. 
(Ausatmungs- 
teil) 
Fig. 38. 
Unter gewissen Verhältnissen kann die Einatmung durch den grossen Sägemuskel 
unterstützt werden. Nebenbei sei bemerkt, dass bei den Haussäugetieren und auch bei 
den männlichen Individuen unter den Menschen Haupteinatnnungsmuskel das plastisch 
nicht in Betracht kommende, quer zwischen Bauch- und Brusthöhle liegende Zwerch- 
fell ist. Indem sich dasselbe zum Zwecke der Einatmung beckenwärts bewegt, schiebt 
es die Baucheingeweide rückwärts und bedingt dadurch bei jeder Einatmung eine Er-
        

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