Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880103
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seits und zwar gleichniässig oder nach einer Seite überwiegend wirken. 
In der Regel geschieht das Feststellen von Kopf und Hals gleichzeitig 
mit dem Feststellen des Rückens.  
 Muskeln des Brustkastens im engeren Sinne (Muskeln der 
Rippen, Atmungsmuskeln). Die Muskeln des die Lungen und das 
Herz beherbergenden Brustkorbs im engeren Sinne haben in erster Linie 
die Aufgabe, den Brustkorb zu erweitern oder zu verengern. Die Er- 
weiterung des Brustkorbs hat eine lürweiterung (Ausdehnung) der Lungen 
und dadurch ein Einsaugen von Luft in dieselbe (die Einatmung) zur 
Folge. Nach der Einatmung ziehen sich die elastischen Lungen, die 
eingeatmete Luft austreibend (A usatm u n g), zusammen, die Brustwand 
folgt der Bewegung der Lungen, und so verengert sich der Brustkorb. 
Unter gewissen Verhältnissen muss diese Verengerung des Brustkorbs 
(die Ausatmung) durch Muskeln unterstützt, bezw. herbeigeführt werden. 
Die Muskeln des Brustkorbs sind also bei der Atmung thatig; und werden 
deshalb Atmungsmuskeln genannt. 
Die Einatmung erfolgt, wenn wir von der Wirkung des Zwerch- 
fells absehen, im Wesentlichen dadurch, dass die gelenkig mit der Wirbel- 
säule und dem Brustbein verbundenen Rippen durch llluskelivirkung kopf- 
wärts (nach vorn) und nach aussen bewegt (gedreht) und dass die 
Rippen : Rippenknorpelwinkel vergrössert werden; bei der Ausatmung 
führen event. gewisse Muskeln (Alusatmungsmuskeln) die Rippen in 
die Ruhelage zurück. Bei erschwertem Ausatmen wird dies noch dadurch 
unterstützt, dass die Bauchmuskeln den Bauch zusammendrücken und 
dadurch die Baucheingenreide brustivärts gegen die Lunge pressen und 
diese zusammendrücken. 
Aus Vorstehendem ergiebt sieh, dass die Muskeln des Brustkastens beim Atmen 
nur die Rippen zu bewegen haben und dass sonach ganz schwache Muskeln als 
Atmungsmuskeln fungieren könnten. Nun lehrt aber der Augenschein, dass die sog. 
Atmungsmuskeln kräftig und stark sind. Daraus folgt, dass diese Muskeln noch eine 
andere Funktion haben müssen als die einfache Bewegung der Rippen. Diese weitere 
Funktion besteht darin, die Rippen bei starken, körperlichenAnstrengungen 
(heftigen Bewegungen, Ziehen von Lasten u. dergl.) in einer Inspirationsstellung 
trotz mächtiger Gegenwirkung festzuhalten. Bei der Einleitung aller starken, 
körperlichen Anstrengungen erfolgt eine tiefe Einatmung; in diesem Einatmungszustande 
verharrt das Tier während der Anstrengung vollständig oder bis zu einem gewissen 
Grade. Durch diese Einatmuimgsstellung des Brustkorbs wird, wie unten gezeigt werden 
soll, für eine Anzahl der die fragl. Anstrengung bbwirkenden Muskeln der fixe Punkt 
geschaffen, auch werden dieselben dadurch behufs voller Kraftentfaltung in Spannung 
versetzt, weiterhin wird es verhindert, dass der Brustkorb durch diese Muskeln zu- 
sammengedrückt und die Atmung beengt wird; endlich wird beim Auffangen der Last 
beim Springen der Stoss durch das in der Einatmung befindliche Tier besser ge- 
brochen u. s. w. 
Das Festhalten der Brustwand (der Rippen) im Einatmungszustande erfordert
        

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