Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880069
es liegt unter (vor) den ersten Halswirbeln und tritt sonach plastisch am Anfange des 
Vorderhalses hervor; dies ist namentlich bei gestrecktem Halse der Fall; man kann 
dann die untere YVand und die Seitenwände des Kehlkopfs fühlen. 
An den Kehlkopf schliesst sich ein je nach der Tierart verschieden weites, 
m. o. w. cylindrisehes Knorpelrohr, die Luftröhre, an, dessen Stiitzgerüst aus ein- 
zelnen, aneinander gereihten und häutig untereinander verbundenen Knorpelringen 
besteht. Dieses Gebilde liegt symmetrisch in der Mitte des Vorderhalses und bedingt 
wesentlich die gerundete Form der Kehltläche des Halses. Die Luftröhre wird aber 
zum grössten Teile von Muskeln, namentlich solchen, die von der Brustbeinspitze zum 
Kopfe gehen, bedeckt und ist deshalb direkt plastisch nicht wahrnehmbar, wohl aber 
indirekt. An der Luftröhre und zwar anfangs auf ihr und gegen die Brusthöhle hin 
links an ihr liegt die Speiseröhre, die i. d. R. plastisch nicht in Betracht kommt. Nur 
wenn Hüssige oder feste Nahrung abgeschluckt wird, tritt dieselbe unter Umständen 
für das beobachtende Auge ganz deutlich hervor, indem sie wellenförmig aufge- 
trieben wird.  
Die Grundlage des ganzen Rumpfs (Stamme) bildet die Wir b el- 
säule. Dieselbe wird Vorn durch die Rippen und das Brustbein und 
hinten durch das Becken ergänzt. 
Sie bildet mit dem Brustkorb, Bauch und Becken ein zusammenhängendes Ganze, 
an welchem sich die Gliedmassen und vorn der Kopf befinden. Sie steht mit dem 
Kopfe und bei den Haussäugetieren "nur mit der Beckengliedmasse, nicht aber mit den 
Schultergliedmassen in gelenkiger Verbindung. Mit dem Becken und dadurch mit den 
Beckengliedmassen ist sie durch derbe und starke Bänder und ein stratfes Gelenk 
solide verbunden und gewissermassen unter dem inneren (medialen) Teile des Darm- 
beines aufgehängt, Während sie mit den Schultergliedmassexi nur durch Muskeln ver- 
einigt ist. 
Der mittlere Teil der Wirbelsäule, der eigentliche Rücken, ist die einzige feste 
Verbindung zwischen dem Vorder- und Hinterteile; er trägt die Brust- und Bauch- 
eingeweide; er ruht vorn auf den Brust, hinten auf den Beckengliedmassen und ist 
brückenartig etwas aufgebogen. (Fig. 3, Taf. 3 der einzelnen Tierarten.) 
Die Wirbelsäule stellt also die Axe bei den Bewegungen dar, sie 
Vermittelt den festen Zusammenhang des Tieres und bestimmt im Wesent- 
lichen die Richtung der Körperbeweg'u11g. Bei starken Bewegungen und 
Anstrengungen muss die ganze Wirbelsäule vom Kopf bis zum Becken 
durch llluskelivirkung zu einem festen, unnachgiebigen, einheitlichen Stabe 
gemacht werden, an welchem die Gliedmassen als Hebel bewegt werden 
und welcher selbst einen Hebel darstellt, dessen Ruhepunkt in der Regel 
im Pfannengelenke, zuweilen auch an der Ansatzstelle des grossen Säge- 
muskels am Schulterblatte liegt. 
In Bezug auf die Funktionen der Rumpfmuskeln sei bemerkt, 
dass der nächste Zweck derselben ist, zur Bewegung' der Knochen des 
Rumpfs und des Kopfs und zur Bildung; der Brust, Bauch- und z. T. 
auch der Beckenhöhle und zum Heiwrorbriiigeil von Gestaltänderilngen 
(Erweiterungen und Verengerunge11) dieser Höhlen zu dienen. Ausserdeln 
aber ist festzuhalten, dass die Bewegungen des gesammteil Rumpfs sowohl
        

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