Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1880046
Die Bewegungen des Augapfels erfolgen durch die  
von Muskeln, die in der Augenhöhle liegen; es sind 4 sogen. gerade und 
2 schiefe Muskeln und ein Zurückzieher des Augapfels. Sie ermöglichen 
es, dass der Augapfel nach allen Seiten bewegt und um seine Sagittalaxe 
gedreht werden kann. Die äusseren Lidmuskeln haben, wie der Stirn- 
niuskel und die gesammten Gesichtsmuskeln, einen erheblichen Einfluss 
auf die sogen. Physiognomie (den Gesichtsausdruck). 
1. Der Kreismuskel (Ringmuskel) der Augenlider, M. orbicularis 
palpebrarum, bewirkt das Schliessen der Lidspalte.  Er bildet die Grundlage der 
Augenlider. Seine Fasern verlaufen rund um die Lidspalte. 
2. Der Augenbrauemnuskel (äussere Heber des oberen Aug enlides) 
bewirkt die Faltungen des oberen Augenlides und unterstützt den Heber desselben, 
er zieht namentlich den inneren Winkel des Lides in die Höhe. Er ist eine ganz 
dünne Muskelplatte, die vom Jochfortsatze des Stirnbeines zum oberen Augenlide 
geht. Plastisch ist er ohne Bedeutung. 
3. Der Niederzieher des unteren Augenlides, M. malaris, kann Faltungen 
der Haut um und unter dem unteren Augenlide hervorrufen und dasselbe herabziehexi. 
Er geht als ganz dünne Fleischplatte von der Joehleiste zum unteren Augenlide; er 
gehört zum viereckigen Muskel der Oberlippe (s. S. 92) und kommt plastisch nicht in 
Betracht. 
d) Die Muskeln des äusseren Ohres. 
30 Taf. 6 Pferd u. Taf. 9 Rind; Fig. 32 Taf. 7 Pferd u. Taf. 10 Rind; 
Fig. 34 Taf. 11 Rind; Fig. 36 Taf. 6 Pferd u. Fig. 38 Taf. 7 Pferd.) 
Die Muskeln des ausseren Ohres, die beim Menschen nur ganz 
schwach entwickelt und funktionell fast ohne Bedeutung sind, haben bei 
den 'l'ieren, namentlich beim Pferde, eine grosse Bedeutung. Sie bewegen 
die Ohrmuschel derart, dass die Spalte derselben, deren Form sie auch 
ändern können, nach vorn, nach aussen und nach hinten gestellt und 
auch etwas gesenkt werden kann und ermöglichen es so den Tieren, zu 
bestimmen, aus welcher Richtung Töne und Geräusche kommen. Sie be- 
dingen das bekannte, lebhafte Ohrenspiel des Pferdes und sind dadurch 
für den Gesichtsausdruck desselben von grosser Bedeutung. Plastisch 
kommen die Muskeln allerdings wenig in Betracht, sie sind durchgängig 
dünn und platt und z. T. von Fett oder von dem sogen. Haarschopf so 
verdeckt, dass sie beim lebenden Pferde durch die Haut nicht wahr- 
nehmbar sind. Nur der lange Heber und lange Ausivartszieher könnten 
plastisch allenfalls in Betracht kommen; der erstere veranlasst bei seinem 
Übergange an die Muschel eine kleine Hautfalte.  
Man kann physiologisch 4 Gruppen von Muskeln unterscheiden, nämlich solche, 
die von vorn, solche, die von innen, solche, die von hinten und solche, die von unten 
an die Ohrmuschel herantreten und die Muschelspalte nach der betr. Richtung bewegen. 
Dazu kommen noch Muskeln, die vollständig an der Ohrmuschel liegen und nur auf 
die Form der Muschelspalte einwirken. Man unterscheidet im Ganzen 4 Einwärts-
        

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