Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879987
äussere Flügelmuskel in Betracht. Das seitliche Abziehen des Unter- 
kiefers unterstützen der einseitig" wirkende Brustkiefer- und der 
zweibäuchige Muskel. Beim seitlichen Anziehen kommen auch der 
einseitig wirkende äussere Kau- und innere Flügel- und der Schläfen- 
niuskel in Betracht. 
Abzieher 
Unterkiefers. 
1. Der zweibäuchige Muskel, M. digastricus. Er hat die Auf- 
gabe, den Unterkiefer vom Oberkiefer ab- und den etwa vorgeschobenen 
Unterkiefer zurückzuziehen. Bei einseitiger Wirkung zieht er den Unter- 
kiefer nach der Seite. 
Er entspringt an dem Drosselfortsatze des Hinterhauptsbeines, verläuft gegen den 
Unterkiefer und endet beim Pferde mit einem Aste an der Beule des Unterkiefers, 
während sein zweiter Ast in den Kehlgang tritt und weiter vorn an der inneren 
Seite des Kehlrandes des Unterkiefers sein Ende findet. Bei allen anderen Haustieren 
und dem Menschen fehlt der erstere Muskelast. 
Plastisch kommt nur ein kleiner Teil des Anfangsbauches des 
Muskels in Betracht, da, der übrige Teil desselben grösstenteils von der 
Ohrspeicheldrüse bedeckt wird. Sein Endbauch ist event. plastisch nahe 
dem Kehlrande des Unterkiefers vor dem Gefässausschnitte sichtbar. 
2. Der Brustkiefermuskel, M. sternoeephalicus, zieht eben- 
falls den Unterkiefer vom Oberkiefer ab und zwar bei einseitiger YVirkung 
zugleich nach der betr. Seite. Ausserdem ist er bei festgestelltem Unter- 
kiefer auch Beuger des Kopfs. Er gehört zum Kopfnicker. Über seine 
Lage 
unten. 
Anzieher 
des 
Unterkiefers. 
1. Der (äussere) Kaumuskel, M. masseter, zieht den Unter- 
kiefer an den Oberkiefer heran und wirkt also beim Zerkleinern der 
Nahrung und beim Beissen. Beim mahlenden Kauen der Pflanzenfresser 
wirkt er einseitig. 
Er ist ein kräftiger Muskel (Taf. 6 Fig. 30 m), der vom Jochbogen und der Joch- 
leiste zur ganzen äusseren Fläche des Unterkiefers vom Gefässausschnitte ab bis zum 
Kehl- und Halsrande geht. 
Er prägt sich beim lebenden Tiere (besonders beim Kauen und 
Beissen) in ganzer Ausdehnung plastisch durch die Haut aus. Sein 
vorderer Rand bildet einen deutlich sichtbaren Wulst, vor Welchem die 
Backen meist etwas eingesunken erscheinen; auch sein Ansatz am Kiefer- 
rande tritt deutlich hervor. 
2. Der Flügelmuskel (innere Kaumuskel), M. pterygoideus, 
zerfällt in den inneren und äusseren Flügelmuskel. Der erstere unter- 
stützt den vorigen beim Heranziehen des Unterkiefers an den Oberkiefer. 
Der äussere Flügehnuskel schiebt bei beiderseitiger Wirkung den Unter-
        

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