Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871897
Die Befestigungswerke, 
Mauern, Thürme und Thore. 
scheidet, dass hier neben dem Fahrweg links noch ein von einer besondern, 
niedrigern Wölbung überdachter Zugang b für Fußgänger angebracht ist. Die 
Wölbung des Fahrweges ist eingestürzt; derselbe steigt steil an, während der 
Fußweg über vier Stufen erstiegen wird und dann mit viel geringerer Neigung 
weiter führt. Auch der Fußweg war verschließbar; am Fahrwege finden wir 
dieselben steinernen Thürpfosten wie in den gewölbten Durchgängen der oben 
besprochenen Thore. In der rechten Wand, außerhalb der Thorflügel d, ist 
eine Nische c angebracht, weit größer als die des Stabianer Thors : hier stand 
eine Thonstatue der Minerva, der Schutzgöttin der Thore, von welcher ein 
beträchtliches Fragment gefunden wurde und jetzt im Museum zu Neapel auf- 
bewahrt wird. Links vom Eingange für Fußgänger ist der Ansatz der Stadt- 
mauer sichtbar, etwas weiter zurück als die Front dieses Thorbaues, welcher 
also um ein weniges vor die Außenfläche der Mauer vorsprang. 
Es ist nun klar, dass dies Vorspringen, dass ferner die Lage der Nische für 
die Thorgöttin außerhalb des Thorverschlusses, endlich doch auch wohl der 
besondere Eingang für Fußgänger,  A , 
dass alles dies für ein eigentliches   {ü  
liefestigungsthor wenig passt.  _ f 
Dazu kommt noch, dass links von  i  
dem Eingang für Fußgänger nach   
sicheren Spuren einst eine Pforte in   
der Mauer vorhanden war, welche   
später vermauert worden, deren  I,    
Anlage aber allem Anschein nach   ß ä     
dem Bau des Thores gleichzeitig  gäO. i,  i, 
ist. Es ergiebt sich also, dass dies     I; 6 i 
Thor weniger der Vertheidigung   g  j  
als vielmehr polizeilichen Zwecken  ägsa.  
dienen sollte, dass, als es erbaut  f ä  
wurde, Pompeji auf dieser Seite,  jäß  
militärisch betrachtet, eine offene   
Stadt war. Und da die Bauart so  2 s:  
wie auch die Reste der Stuckdeco-   ..A  
ration ersten Stils auf vorrömische    
Zeit deuten, es auch in beiden Be-   
Ziehungen den inneren Theilen    2 
des Stabianer und "Nolaner Thors  i   
gleicht, welche, wie wir sahen, aus   
vorrömischer Zeit stammen , so z   
werden Wir Zu dem Resultat ge-   
führt, dass schon vor dem Bundes-  ' 1170i  Ä 
gßllossßnkriege, unter dem Ein-  
druck des langen Friedens von Fig. 19. Grundriss des Seethors. 
291 bis 90, Pompeji auf dieser Seite seiner Befestigungen entkleidet wurde: 
ein Resultat, welches trefflich mit dem übereinstimmt, was auf S. 43 fg. über 
den Verfall der Mauer auf der Nordseite in eben dieser Zeit gesagt worden ist.
        

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