Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871743
Erster 
oder 
antiquarischer 
Haupttheil. 
Erstes 
Capitel. 
Die Befestigungswerke, Mauern, Thürme und Thore. 
Der erste Gegenstand von Bedeutung und Interesse, den wir in's Auge 
zu fassen haben, sind die Befestigungswerke, die Mauern nebst den Thürmen 
und den Thoren der Stadt. Die vollständig aufgegrabene aber zum Theil von 
außen her Wieder verschiittete Mauer Pompejis umgiebt die Stadt nicht in 
ihrem ganzen Umfange; sie reicht nur vom Herculaner Thor nördlich und 
Östlich, dann südlich fortlaufend bis an die Theater; auf dem Stücke vom 
Forum triangulare bis zu dem Herculaner Thor ist die Mauer in antiker Zeit 
eingerissen und ihre Stelle nehmen die am Abhange des Stadthügels erbauten, 
großen terrassenförmig dreistöckigen Häuser ein, in deren unteren Räumen 
jedoch hinlängliche Reste der Mauer vorhanden sind, um den Gang derselben 
deutlich zu verfolgen. Pompeji war also in der letzten Zeit seiner Existenz 
eine offene Stadt. 
Die Mauern bestehen aus zwei Steinwänden, einer äußern und einer 
innern, deren Zwischenraum mit Erde ausgefüllt ist. An ihnen sind zwei 
verschiedene Bauarten, und auf Grund derselben ältere und jüngere Bestand- 
theile auf das deutlichste zu unterscheiden. Die älteren Theile sind aus Qua- 
dern aufgeführt, und zwar meistens in den unteren Schichten aus Kalkstein, 
in den oberen aus Tuffquadern. Dieselben sind von mäßiger Größe, hoch 
etwa 0,35 bis 0,45, lang 0,68 bis 2,60 M., nicht etwa zu vergleichen mit den 
riesigen Werkstücken der kyklopischen Mauern Griechenlands, Latiums und 
Etruriens. Einen zeitlichen Unterschied zwischen den Kalkstein- und den 
Tuifschichten anzunehmen, liegt kein Grund vor. In der äußern Steinmauer 
sind die Quadern wohlbehauen und sorgfältig ohne) Mörtel an einander ge- 
passt; in der innern, von der freilich nur geringe Theile sichtbar sind, ist die 
Bearbeitung und Schichtung weit nachlässiger, und stellenweise sind Un- 
gleichmäßigkeiten in den Dimensionen der einzelnen Stücke durch dicke 
Mörtelschichten ausgeglichen. Es ist auf Grund dieser Verschiedenheit ver- 
muthet worden, dass ursprünglich die Mauer nur aus der äußern Steinwand
        

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