Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878273
Anhang. 
Anmerkungen. 
639 
im Griechischen ursprünglich eine Einfricdigung (s. Hesych. s. v.; so kommt Ma- 
kella auch als Stadtname vor); Varro bezeugt, dass es bei den Lakedämoniern noch 
zu seiner Zeit das jenem olitorium bezeichnete. Das erste römische Macellum entstand 
aus einem Fischmarkt (Jordan, Hermes II, S. 90 ff Von mactare kann das Wort 
nicht kommen, höchstens von dem supponirten macere (maculunz, Deminutiv mrwel- 
Zum), von dem wir keineswegs wissen, dass es v schlachten u hieß (vgl. macle virtute 
eslo Es ist aber ganz unwahrscheinlich, dass der Name einer relativ jungen Ein- 
richtung von jenem verschollenen Verbum abgeleitet sein sollte (wir erwarten maela- 
bulum, maclatoriuzn), und nicht weniger unpassend ist das Deminutiv, da ein öffent- 
liches Schlachthaus doch größer sein musste als frühere Privatschlachtstellen. Als 
griechisch betrachtet das Wort auch Fick, Wörterbuch II, S. 180, und neuerdings 
F. O. Weise, die griech. Wörter im Latein, S. 32 f.  Ein ähnlicher Bau wie das 
pompejanische Macellum scheint das von Puteoli gewesen zu sein, dessen Reste im 
Jahre 1847 gefunden wurden: s. Gervasio, Sopm alcune Lscrizionz" riyuardavzti i! ma- 
cello mlf antica Pozzuoli S. 4. 
58) zu S. 131. Nissens Vermuthung (Pomp. St. S. 305), es sei ein Heilig- 
thum des flavischen Kaiserhauses, ist unhaltbar wegen des aus der YVandmalerei sich 
ergebenden Alters des Baues: s. Mau, Pomp. Beitr. S. 256.  Die Annahme eines 
Daches stößt auf die größten Schwierigkeiten: man versuche nur, sich klar zu machen, 
wie dasselbe etwa mit den Dächern der beiden Seitennischen und der im Hintergruude 
zusammengehen konnte. War aber der Raum nicht bedacht, so konnte er natürlich 
kein Sitzungssaal sein. 
59) zu S. 132. Dass die Front der Säulenhalle einst weiter zurück gelegen 
haben sollte (Nissen, Pomp. St. S. 2851), ist nicht wahrscheinlich, weil dann doch 
wohl die alten Fundamente sichtbar sein würden. Mazois" Restauration benutzt das 
Vorspringen der Wände an beiden Enden; wie es in der Mitte war, wird dadurch 
nicht erklärt. 
60) zu S. 133. Obiges ist die Meinung Bechfs (del calcirlicn e della criptu di 
Eumaclzm, Napoli 1820). Nissen (Pomp. St. S. 287  erklärt frischweg das ganze 
Gebäude für eine Fulloniea, mit Berufung auf Fiorelli , welcher von I0 vasrlze di di- 
verse dhnens-ione, 2 lavato-i e I0 bocclre di c-islerna spricht. Wie soll aber Fiorelli mehr 
gesehen haben als Beehi und Mazois, die Zeitgenossen der Ausgrabung? In Wahr- 
heit sind die vasclae nur die im Text erwähnten, von Fiorelli vermuthungsweise auch 
auf der linken Seite angenommenen länglichen Anfmauerungen, die la-vatoi die beiden 
Vorrichtungen bei d, die Zwecke da" c-istcrna die sechs Bassins an der Rinne , nebst den 
drei im Text angegebenen Cisternenmündilngen und einer vierten, welche, der dritten 
entsprechend, vermuthungsweise auf der linken Seite angenommen ist. Ein Blick 
auf Fiorellfs Plan lässt darüber keinen Zweifel. Dass einst an der Eingangswand 
einer der gewöhnlichen Brunnen aus Lava gestanden habe, hat Nissen irrthümlich 
aus den Ausgrabungsberichten herausgelesen, welche zweifellos von dem Brunnen 
reden, welcher in einer Nische an der Nordseite der das Forum westlich vom lup- 
piterternpel begrenzenden Mauer steht (Anm. 29). Hier fehlt also alles das, was für 
eine lhrllonica charakteristisch ist (vgl. S. 390  worüber freilich Nissen (S. 295) 
sich sehr leicht hinwegsetzt. Dass die Umgänge ein flaches, terrassirtes Dach hatten 
(wie man Bunsen erzählte), ist deshalb nicht recht glaublich, weil es an einem geeig- 
neten Aufgange fehlt ; die wenig zugängliche Treppe in l ist doch dafür nicht genügend, 
 61) zu S. 134. Vgl. Pomp. ant. bist. I, 3, p. 210. 
62) zu S, 136, Vgl. Nissen, Pomp. St. S. 291. 301; Mau, Pomp. Beitr. 
S. 255, wo gezeigt ist, dass von den beiden von Nissen aufgestellten Möglichkeiten 
(Tiberius und Nero) die von ihm verworfene den Vorzug verdient. 
63) zu S. 136. Den Kern des Säulenstuhles bilden Tuffquadern, und es hat 
ganz den Anschein, dass er ursprünglich nur aus diesen bestand. Also entweder be- 
gnügte sich Eumachia mit einem einfachen lhxtfsäulenstuhl, und die Marmorbeklei- 
dung geht auf eine spätere Verschönerung zurück, oder sie benutzte den Säulenstuhl 
eines hier schon früher vorhandenen Gebäudes.
        

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