Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878260
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Anhang 
Anmerkungen. 
Canal ist in Pompeji nicht von oben gegraben, sondern als Stollen unter dem Stadt- 
hügel durchgetrieben worden. Die antike Oberfläche berührt er nur in der durch die 
Stabianer Straße bezeichneten Einsenkung, und zwar in der Straße selbst, im Hofe 
des Tempels, im anstoßenden und im schräg gegenüberliegenden Hause (unser Plan 
giebt ihn nicht ganz richtig an). Nur hier also konnten die lnschriften gefunden 
werden, und dann natürlich am wahrscheinlichsten im Tempelhofe. Der Tempel wurde 
wahrscheinlich Capitolizem genannt (O. Kuhfeldt, de capitolziis iznperii Romahi, Bern- 
lini 1882)  
50) zu S. 117. S. Nissen, Pomp. St. S. 178 ff. 
51) zu S. 119. Nissen, Pomp. St. S. 270 1T. bringt die Orientirung des Tempels 
(710 15') mit dem Sonnenaufgang am 1. Mai, dem Fest der Lares praestites und des 
Genius Augusti zusammen. Doch wird es erlaubt sein, zu zweifeln, ob hier etwas 
Anderes maßgebend war als die Form des verfügbaren Grundstücks und die Richtung 
der hier früher auf das Forum mündenden Straße, von der nur wenig zu Gunsten 
eines etwas weniger schiefen Winkels mit dem Forum abgewichen ist.  Es beruht 
wohl auf einem Missverständniss, wenn Fiorelli (Descr. S. 262) angiebt, die Inschrift 
der Mamia sei genau so lang wie das Gebälk des Tempels. Dies konnte nicht mehr 
als 5 M. lang sein, während die Inschrift etwa 8 M. messen musste. Auch das Podium 
(7,20  würde kaum ausreichen; sie kann nur über der Thür des Tcmpelhofes an- 
gebracht gewesen sein. wobei freilich der von den Maßen hergenommene Beweis weg- 
fällt. Über Bauart und nachträgliche Veränderungen vgl. noch Mau, Pomp. Beitr. 
S. 255 ff. 
52) zu S. 122. Nach Niecolini soll hier ein Kasten mit 1128 silbernen und 
bronzenen Münzen gefunden worden sein; doch deutet der Bericht Amicones (Prmzp. 
unt. bist. III, I, p. 31-32) auf den Hauptraum, und wohl mit Recht verlegt Fio- 
relli (Descr. S. 265) diesen Fund links vom Nordeingang; so auch Niesen, Pomp. 
St. S. 283. 
53) zu S. 123. S. Nissen S. 279. Die Ausgrabungsberichte wissen von diesem 
Funde nichts. Übrigens kann frutta di mare wohl nur Muscheln, nicht Fischgräten 
bezeichnen. 
54) zu S. 123. Der Eingang c ist nicht erst nachträglich aus einem zwölften 
Laden  hergestellt worden; es ist hier vielmehr alles aus einem Guss. 
55) zu S. 125. Die im Text gegebene Zeitbestimmung ist im Wesentlichen 
Nissen, Pomp. St. S. 282, entnommen, welcher freilich zu einem noch enger um- 
grenzten Resultat kommen zu können glaubt. Iuppiter, so argumentirt er, konnte in 
der Hauptnische nur vor dem Tode des Augustus (14 n. Ohr.) stehen; dann standen 
in den Seitennischeu Augustus und Livia, Tiberius und Drusus: eine nach Nissen 
unannehmbare Combination , da Germanicus , Neffe und Adoptivsohn des Tiberius, 
nicht fehlen durfte. Deshalb ist der Gedanke an Iuppiter aufzugeben : in der Haupt- 
nische stand der Divus Augustus (nach 14 n. Chr.), in den Seitennischen Livia und 
Tiberius, Drusus und Germanicus. Mithin fällt der Bau zwischen 14 und 19 n. Chr., 
d. h. vor den Tod des Germanicus.  Bei dieser Beweisführung ist vorausgesetzt, 
dass die Gründung eines solchen Heiligthums unmöglich war, sobald die in Betracht 
kommenden Mitglieder der Kaiserfamilie in ungerader Zahl waren. Dies kann aber 
nicht zugegeben werden; vielmehr musste es in einem solcheirFalle möglich sein, 
sich durch Auslassung oder Hinzufügung (z. B. Sejan's) zu helfen. 
56) zu S. 126. Eine Fleischbank erkennt hier auch Nissen; freilich diente 
dieselbe nicht , v um die geschlachteten Thiere zu zertheilena, sondern einfach zum 
Verkauf. 
57) zu S. 127. Für ein Macellum erklärt das Gebäude nach Bunsen's Vorgang 
auch Nissen (Pomp. St. S. 275 EI); nu1' verdirbt er die Sache, indem er es mit Ge- 
walt zum Schlachthaus machen will und daran die seltsamsten Combinationen knüpft, 
während mavellum nur eine Victualienmarkthalle ist. Alssolche wird es stets bei den 
Alten erwähnt (z. B. Dio 61, 18 oi-fopd räiv ärpuiv); nur ganz einzelne Spuren führen 
darauf, dass in einigen Macellis auch geschlachtet wurde. Das Wort bedeutete wohl
        

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