Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878257
Anhang. 
Anmerkungen. 
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oder qjßcere; aber ins luminibus opslruenzli und ins luminum opstruendorunz sind gram- 
matisch gleichwerthig (Ussing a. O., Zumpt, lat. Gramm. ß 657, S. 429 der 12. Auü.) , 
und es ist nicht glaublich, dass Worte, welche in der Rechtssprache eine feststehende 
und allgemein bekannte Bedeutung haben, hier in ganz anderem Sinne gebraucht 
sein sollten, um nämlich etwas zu bezeichnen, was es rechtlich nicht giebt: das Recht 
im Hause eines Andern die Thüren zuzumauern. Ferner ist uszjue ad legulas bei 
Nissens Erklärung ein müssiger Zusatz und ein ganz unzutreifender Ausdruck für 
eine Anzahl Mauerstücke verschiedener Höhe, während bei der unserigen diese 
Worte einen guten Sinn haben. YVas das rechtliche Verhältniss betrifft, so sind wir 
wohl nicht genügend unterrichtet, ob die Trennung zwischen Stadt- und lempelgut 
in Pompeji scharf durchgeführt war , und wenn, so ist es sehr möglich, dass die bis- 
her als öffentlicher Durchgang benutzte, ursprünglich an die Stelle einer Straße ge- 
tretene Westporticus als Stadteigenthum betrachtet wurde; privatus muss hier den 
Gegensatz von communis bezeichnen. Die alte Südöffnung dieses Durchganges ist 
daran kenntlich, dass der Pfeiler zwischen dem schmalen Gang und dem anstoßenden 
Laden auch gegen den Gang senkrecht, wie gegen eine Thüröifnung abschließt und 
hier eine Einkerbung für eine Schwelle hat, während doch der Gang in dieser Breite 
nie benutzt worden sein kann. N issens Meinung, dass das Nebenhaus nach 63 sich 
nach Osten ausgedehnt und eine 2,46 M. breite Straße occupirt habe (S. 221), wider- 
legt sich theils durch das im Text über den ursprünglichen Straßenzug Gesagte, 
theils durch die Beobachtung, dass das Haus seine jetzige Ausdehnung nach Osten 
schon in einer Zeit hatte, wo man mit großen Kalksteinblöcken baute und im zwei- 
ten Decorationsstil malte. Übrigens führte die Sackgasse hinter der Fruchthalle 
(gr. Plan XVII) einst ebenso auf die Osthalle des T empelhofes zu, welche aber schon 
seit viel früherer Zeit nicht mehr alsLDurchgang diente (Man, Pomp. Beitr. S. 1031i). 
44) zu S. 99. S. Man, Pomp. Beitr. S. 94. 
45) zu S. 103. Der Platz des Apollon ergiebt sich aus der Entfernung (0,37 M.) 
der Löcher mit Bleiverguss in dem Plinthos der Basis, welche genau der Entfernung 
der Punkte entspricht, mit welchen die Füße der Statue den Boden berühren. Die 
Füße standen in der Diagonale auf den Eingang zu, so dass der günstigste Anblick 
von Westen war. Dass auf der ganz gleichartigen gegenüberliegenden Basis Artemis 
stand, ist selbstverständlich; auch ihre Füße standen in der Diagonale gegen die 
Thür, so dass sie dem Hofe und dem Apollon den Rücken zeigte, wenn nicht, was 
wahrscheinlich ist, der Oberkörper eine Wendung nach links machte. Für Aphrodite 
und den Hermaphroditen bleiben dann die beiden Basen der Vorderseite übrig. Den 
Nachweis der auf den Hermes bezüglichen Pausaniasstellc (VIII, 39, 6) verdanke ich 
C. Robert. 
46) zu S. 105. Über die Reste des alten Baues, die späteren Veränderungen 
sowie die Maße s. Nissen, Pomp. St. S. 170 HÄ; Mau, Pomp. Beitr. S. 23. Die im 
Text gegebene Darstellung beruht, was die Funde betrifft, auf den Ausgrabungsbe- 
richten, der einzigen authentischen Quelle. 
47) zu S. 106. Dass dies der mit Sulla befreundete Archimimus Sorex sein 
sollte (Plut. Sulla 36; Mommsen C. I. L. X, 814) ist deshalb nicht glaublich, weil 
es bei dessen Tode doch schwerlich schon magzstri pagi aug. fel. gab. 
48) zu S. 111. Vgl. Nissen, Pomp. St. S. 175 ff., Man, Pomp.Beitr_ S, 227 fij 
Mit ganz unhaltbaren Gründen will Nissen die Vorder- und Rückmauer des Hofes 
einem spätern Umbau zuschreiben; namentlich die Vordermauer ist dem Tempel 
gleichartig. Richtig ist es aber, dass die linke Wand des Hofes älter ist als diese 
Mauern und der Tempel; und da an ihr keine Maueransätze vorhanden sind, so 
scheint es , dass hier schon vor dem Bau des Tempels ein freier Platz war. Und so 
wäre es wohl möglich, dass hier schon früher ein Tempel (der des Zeus Meilichios Ü?) 
gestanden hätte. 
49) zu S. 113. Die Statuen sind abgebildet bei von Rohden, die Terracotten 
von Pompeji, Taf. XXIX, besprochen ebenda S. '20 f., 42 f. Der Kopf an dem Ca- 
pitell ist von vandalischen Besuchern Pompejis abgeschlagen worden. Fontanafs
        

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