Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878189
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Anhang. 
Anmerkungen. 
3) zu S. 6. Über die alte Küste und den Lauf des Sarno s. Ruggiero , Pompei 
e la rcgione sottermta nel LXXIX, I, S. 5; Mau, Bull. d. Inst. 1880, S. 89th, Rhein. 
Zllus. 1881, S. 127. 1882, S. 319; von Duhn, Rhein. Jllus. 1881, S. 326 und 632. 
4) zu S. 20. Was im Text über die Beschaffenheit der Decke gesagt ist, unter 
welcher Pompeji begraben liegt, beruht auf mannichfaltigen eigenen Beobachtungen, 
welche besonders an den Orten der neuen und gegenwärtigen Ausgrabungen, welche 
gleichsam Querschnitte des Terrains darbieten , unschwer angestellt werden können, 
und mit deren Ergebniss dasjenige genau übereinstimmt, was Mich. Arditi, einer der 
besten früheren Directoren der Ausgrabungen, über diesen Gegenstand schreibt. In 
den Addendis zu den Berichten vom Jahre 1809 d. 28. Februar (Pomp. ant. lzist. 
I, III, p. 227) heißt es: nJedermann weiß, dass das antike Pompeji bedeckt wurde 
von einem Regen von Rapilli und über diesem von einer Schlammlava (lava bzwosa), 
so genannt von den Naturforschern , weil sie aus Erde und Wasser zusammengesetzt 
ist; weiter liegt darüber, nur wenige Palm stark, die bebaubare Erden, u. s. W. Vgl. 
die neueste vortreffliche Behandlung dieser Fragen bei M. Ruggiero, Pompei etc. S. 22if. 
Andere wollen anders beobachtet haben, und ganz besonders complicirt klingt die 
Beschreibung, welche Guilelmo Bechi im 1. Bande des Mus. Borbon. (1814) Anhang 
S. 10 entwirft. Hier heißt es: nDie Stadt Pompeji ist bedeckt von vulcanischer Asche 
und Rapilli, Welche durch einander gemischt sind. Diese Lagen von Asche und Ra- 
pilli liegen, da wo sie geblieben sind , wie der Vesuv sie ausgeworfen hat, folgender- 
maßen. Auf der Oberfläche des antiken Bodens findet sich eine etwa einen Palm hohe 
Lage von sehr schwarzer und sehr feiner Asche, sodann eine Lage Rapilli von etwa 
9-10 Palm Stärke, darauf eine zweite Lage Asche etwa 1A Palm dick und über 
dieser eine zweite Lage Rapilli, ebenfalls V4 Palm stark; ferner folgt eine dritte 
Lage Asche von  Palm Mächtigkeit, über welcher wiederum eine dritte Ra- 
pillischicht von i]? Palm liegt, so wie über dieser die vierte und letzte Lage Asche 
von 41f2-5 Palm Stärke sich findet, während endlich die bebaubare Erde 5_ß Palm 
stark den Schluss macht. Alle diese Lagen vuleanischer Producte liegen wellig und 
den Erhebungen und Senkungen des Bodens folgend, ohne dass zwischen denselben 
auch nur die leiseste Spur von Vegetation sich zeigte, ein klarer Beweis, dass die 
ganze Decke von jener ersten griisslichen Verschüttung herrührtmi Dies letztere ist 
vollkommen richtig; wo aber Herr Bechi und Andere die, vielerlei Schichten be- 
obachtet haben, möchte nicht leicht anzugeben sein. 
5) zu S. 21. Ein sehr merkwürdiger Fall ist in den Ausgrabungsberichten von 
1787 unter dem 30. August verzeichnet. vIn dem Corridor eines Hauses mit Fuß- 
boden von gestampfter Erde und nicht beworfenen Mauern fand man ein menschliches 
Gerippe ; allein die Knochen lagen nicht an ihrem richtigen Orte, sondern durch den 
ganzen Raum zerstreut. Man fand ferner das Skelett eines Hundes, und da jener 
Corridor von Verschüttungsmasse fast ganz leer, und die menschlichen Knochen an- 
genagt gefunden wurden, so ist daraus zu schließen, dass der Hund an diesem Orte 
länger am Leben geblieben ist, als der Mensch, und dass er sich einige Zeit von 
dessen Leichnam ernährt hatmr 
6) zu S. 21. Dies geht aus den nüchternen Aufzeichnungen in den 'l'age- 
büchern der Ausgrabungen unwiderleglich hervor; die Funde der Skelette sind im- 
mer mit Sorgfalt verzeichnet, weil sie gewöhnlich mit solchen von Werthgegenstän- 
den, Münzen und Schmucke verbunden sind, also von Dingen, welche viele Jahre 
hindurch den eigentlichen Gegenstand des Suchens und Nachgrabens ausgemacht 
haben; auch die Situationen der Skelette , sofern sie irgend charakteristisch waren, 
Sind Zum Thßil mit großer Genauigkeit verzeichnet (vgl. z. B. P. A. H. 1812, 
1. Febr.), meistens aber alles Andere eher, als romantisch. Die Geschichte mit der 
Sßbildwaßhß ist ßinfaßh Fabel, in der Grabnische links neben dem Thor wurde über- 
haupt kein Skelett gefunden, eben so wenig in der Halbkreisnische an der andern 
Seite der Gräberstraße und wiederum eben so wenig in dem triclirziumjanebre (vgl. 
Pomp. cmt. Inst. 1763, 13. August: s. g. Schilderhaus; 1775, 14. und 28. Januar: 
lricliozizem jimebre; 1811, 14. December: Halbkreisnische). Einige in der That interes-
        

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