Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871654
Übersicht über den Plan und die Monumente Pompejis. 
Straße erreichte. Als dann später das Forum für YVagen gesperrt und der 
Vicolo delle Terme durch den Thermenbau so verengt wurde, dass das Fahren 
hier mindestens sehr erschwert war, scheint man den YVeg durch die Nolaner 
Straße eingeschlagen zu haben. Außerdem aber wurde, wie es scheint, da die 
enge Straola consolare dem wachsenden Verkehr nicht mehr recht "genügen 
mochte, eine neue Verbindung hergestellt, indem man vor dem Herculaner 
Thor eine Straße links abzweigte und an der Mauer entlang zum Vesuvthor 
führte, so dass nun die breite Stabianer Straße in ihrer ganzen Ausdehnung für 
den Durchgangsverkehr benutzt werden konnte. Außerdem werden wir mit 
größter Wahrscheinlichkeit annehmen dürfen, dass sich in größerer Entfernung 
vom Herculaner Thor, am Fuße des Stadthügels oder noch früher eine andere 
Straße rechts (für den von Neapel kommenden) abzweigte, welche sich dann, 
am West- und Südrande der Stadt hinlaufend, außerhalb des Stabianer Thors 
mit der Stabianer Straße vereinigte. So war es dem von Neapel und Hercula- 
neum Kommenden ermöglicht, nach Stabiae oder Nuceria weiter zu fahren, 
ohne erst den Stadthiigel ersteigen und durch die Stadt passiren zu müssen: 
und dies war um so Wichtiger, weil der WVagenverkehr durch die Stadt nur 
Nachts gestattet war. Ob nun unmittelbar vor dem Stabianer Thor sich die 
Straßen nach Stabiae (Castellammare) und Nuceria theilten, oder ob sie etwa 
bis an den Sarnus zusarnmenfielen, so dass nur eine Brücke nöthig war, und 
erst jenseits derselben sich trennten, dies zu entscheiden sind wir nicht in der 
Lage 21)  
Wegen einer topographischen Beschreibung der Stadt selbst muss der 
Leser auf den großen Plan der bisher ausgegrabenen Theile Pompejis ver- 
wiesen werden, welcher diesem Werke am Schlusse beigegeben ist; hier soll 
nur versucht werden, vorweg auf die bedeutendsten und interessantesten 
Punkte hinzuweisen, welche in den folgenden Theilen in systematischer Ord- 
nung behandelt werden. Der heutige Reisende, welcher auf der Eisenbahn 
von Neapel nach Salerno Pompeji erreicht, betritt die Stadt gewöhnlich durch 
das s. g. Seethor und das Forum an der südlichen Ecke neben der Basilika; wir 
wählen zu dem raschen Gange durch die Straßen, welche mit nach verschie- 
denen Anlässen erfundenen Namen bezeichnet zu werden pflegen, einen andern 
Ausgangspunkt, nämlich die antike Hauptstraße von Neapel über Hercula- 
neum, die heute so genannte Graberstraße, welche mit Unrecht in manchen 
neuen Büchern als die Vorstadt Augustus felix bezeichnet wird, während uns 
doch die Lage der letzteren unbekannt ist. Mehre Straßen, deren Anfange 
aufgedeckt sind, zweigen sich nördlich von der Hauptstraße ab. Die Gräber- 
straße führt in einer nicht ganz unbeträchtlichen, wenn auch sanften Steigung, 
bedingt durch die Hügellage Pompejis, zu dem stattlichsten, wenn auch 
jüngsten Thore, dem von Herculaneum. Der erste Gegenstand von Interesse, 
der uns auf unserer YVanderung begegnet, ist die rechts an der Gräberstraße. 
etwa 300 Schritte vom Thore belegene s. g. Villa des M. Arrius Diomedes, 
welche, wie sich das bei der Betrachtung der Privathäuser zeigen wird, weder 
die Norm eines großen Wohnhauses, noch selbst die einer ländlichen oder 
PSeudo-urbanen Villa, wohl aber ein interessantes Beispiel der Anwendung 
normaler Anlage auf local gegebene Verhältnisse bietet. Gegenüber beginnen
        

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