Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1877704
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Drittes Capitel. 
Die Malerei. 
Wie Zeus Liebesabenteuer findet sich mehrfach Apollons Verfolgung der 
Daphne, welche im Augenblick, wo sie der (iott erreicht, in einen Lorbeerhaiun 
verwandelt wird; sehr häufig ist Ares" und Aphrodites Liebe dargestellt und 
beinahe noch häufiger Adonis, der, vom Eher verwundet, in Aphrodites Armen 
verblutet. Auch anderer Götter Liebschaften fehlen nicht, so die des Poseidon 
mit einer allerdings nicht zu benennenden Nymphe, Hermes und ein eben- 
falls nicht sicher zu bezeichnendes Mädchen ; Selene und Endymion sind mehr- 
fach dargestellt, auch Zepyros und Chloris (Hlbg. N0. 974), ein Bild, welches 
wegen seines in älteren Berichten gepriesenen, jetzt freilich nicht mehr be- 
merkbaren, sanften Helldunkels auch künstlerisch zu den merkwürdigsten 
gehört. Mag aber der eine oder der andere Gott die Hauptperson des Bildes 
sein, in zehn Fällen gegen zwei oder drei wird eine Liebesseene den Gegen- 
stand ausmachen, grade so wie in der spätern Poesie alle anderen 'l'haten der 
Götter und ihre vielfachen Kämpfe über der Erzählung ihrer Liebschaften und 
galanten Abenteuer beinahe vergessen worden sind. 
Ungleich vielseitiger sind die Darstellungen aus dem Gebiete der H er oen- 
sage, obgleich nicht unbemerkt bleiben darf, dass vermöge des Überwiegens 
der Wände des vierten Stiles und der auf diesen hauptsächlich vertretenen 
Richtung auch hier gewisse erotische, sinnlich reizende oder sentimentale 
Gegenstände mit ganz besonderer Vorliebe häufig wiederholt werden sind. 
Gegenüber immer nur einzeln oder in wenigen Wiederholungen vertretenen 
Darstellungen heroischer Kämpfe oder sonstiger ernster oder tragischer 
Mythen des Ilerakles, des Theseus, des Meleagros oder Perseus, der Medeia, 
der])irke, der N iohe und ihrer Kinder, der Iphigenia, des Laokoon, gegen ebenso 
einzeln dargestellte Scenen aus den honlerischen Gedichten, die erotischen ans- 
genommen, können wir ganze Reihen von Bildern stellen, welche den an der 
Quelle hinschmachtenden Narkissos, die von Perseus befreite Andromeda, die 
von Theseus verlassene oder die von Dionysos aufgefundene Ariadne, die von 
Ilippolytos abgewiesene Phaedra oder auch Iferakles bei Omphale, das Urteil 
des Paris oder Achill unter den 'l'öchtern des Lykomedes zum Gegenstande 
haben. 
Jedoch ist, wie gesagt, auf dem (firehiete der lleroensage (liesc Behand- 
lung (lerartiger Stoffe nicht in dem Grad überwiegend, wie auf dem der 
(iöttergesr-liiehteli, und es lässt sich eine ziemlich uinfangreirahe (iallerie 
heroischer 'l'haten und Leiden aus penipejaniselieii und herculanischen (iQ-b 
rniildcn zusannnenstelhän. Auch hier können indessen nur im Allgemeinen 
die Kreise angedeutet werden, aus denen die Stoffe geawählt sind, und einige 
der wichtigeren Liemiihle hervorgehoben werden. Ven Herakles" 'l'haten, 
beginnend mit Seinem Erwiirgen der seine Kindheit hcdrehenden Schlangen, 
sind 11191110 klargestellt, so der Löwenkainpf, der erymanthisehe Eher, die etym- 
Phahsche" Vilgel, Sein Ringkanipf mit Antaees, Pr0n1etheus' und llesiones 
läefreiung diese in heroischen Landschzifteii). Aus den Bildern dieses Kreises 
giebt Figziiüü als ein Beispiel eine Darstellung von Ileraklee Kampf gegen 
(1011 LÖWEN V0l1 Nßmßa (Hlhg. N0. 1124), ein Bild, welches sich durch die 
kräftige und llaturtreile Zeichnung und die lebendige Wahrheit der Compu- 
sitien empiiehlt, Die Art, wie der Held hier den unverwundhareii und des-
        

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