Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871616
Übersicht über den Plan und die Monumente Pompejis. 
Säulen und Mauem bis zu der durchschnittlichen Höhe der Erdgeschosse der 
Privathäuser. Aber auch für die öffentlichen Gebäude sind die YVerkstücke 
noch bekannt oder am Platz, so dass wir fast überall die Reconstruction mit 
größerer oder geringerer Sicherheit vornehmen können. Und so werden wir 
es nicht versäumen, neben dem Bilde der Denkmälerjn ihrem heutigen Zu- 
stand uns dasjenige ihrer ursprünglichen Gestalt zu vergegenwärtigen. 
Nach dieser Einleitung beginnen wir mit einer Übersicht über die Anlage 
der Stadt. 
Der beigegebene kleine Gesammtplan der Stadt Pompeji zeigt uns, dass 
dieselbe, im Allgemeinen der Form des von ihr besetzten Hügels folgend, ein 
etwas verschobenes Oval bildet. Nach der 1859 von Fiorelli geleiteten Ver- 
messung beträgt dessen großer Durchmesser 3154 Fuß, der kleine 1992 Fuß 
und der Umfang 8767 Fuß, doch kann insbesondere diese letzte Zahl nicht als 
absolut genau gelten, da sich der ursprüngliche Zug der Mauerlinie vom Forum- 
triangulare bis gegen das Herculaner Thor nicht mehr feststellen lässt. Da 
bloße Zahlen eine Anschauung von Größen weniger leicht vermitteln, als an- 
dere Angaben, so sei beiläufig bemerkt, dass der Umfang Pompejis einer reich- 
lichen Drittelmeile oder U4 Wegstunden ungefähr gleich kommt. 
Betrachten Wir nun auf unserem kleinen Übersichtsplan die Form der 
Stadt und das Straßennetz des bisher ausgegrabenen Theiles, so ergiebt sich 
uns eine wichtige Thatsache mit hinlänglicher Deutlichkeit: wir haben hier 
eine planmäßig angelegte, nicht eine durch allmähliche Ansiedlung entstan- 
dene Stadt vor uns. Besonders deutlich ist die planmäßige Anlage im nörd- 
liehen Stadttheil und östlich neben der großen Hauptstraße, welche vom 
Vesuvthor bis zum Stabianer Thor in grader Linie die Stadt durchschneidet. 
Aber auch in dem um das Forum gruppirten Quartier sind die Spuren einer 
durch spätere Umwandlungen verdunkelten, ursprünglich regelmäßigen Anlage 
nicht zu verkennen, welche mit der des nördlichen Stadttheils dadurch in Ver- 
bindung steht, dass das Forum in der Verlängerung der mittelsten und brei- 
testen Nord-Südstraße desselben liegt. 
Über das Straßennetz von Pompeji, über die Grundsätze, nach welchen 
dasselbe angelegt ist, über die Art, wie durch die Hauptstraßen die Stadt in 
Regionen getheilt ist, sind in neuerer Zeit verschiedene Ansichten ausge- 
sprochen worden, und eine dieser Ansichten, die F iorelliis, ist der jetzt durch- 
geführten officiellen Numerirung der insulae, d. h. der rings von Straßen 
umgebenen Häusercomplexe, zum Grunde gelegt worden. Fiorelli nimmt an, 
daß die Stadt durch vier sie durchschneidende Hauptstraßen in neun Regionen 
getheilt wurde. Diese vier Straßen sind: 1) die Stabianer Straße, vom Sta- 
bianer bis zum Vesuvthor; 2) eine von Fiorelli vermuthete, ihr parallel lau- 
fende Straße vom Nuceriner bis zum Capuaner Thor; 3) die Nolaner Straße, 
vom Nolaner Thor bis an den noch verschütteten Westrand der Stadt; 4) die 
Stracla delllAbbonrlavzza mit ihren Verlängerungen, vom Sarno- bis zum See- 
thor. Die durch diese vier Hauptlinien getrennten Stadttheile sind in der auf 
unserm Plan ersichtlichen Weise als erste bis neunte Region bezeichnet wor- 
den; innerhalb jeder Region haben die einzelnen Insulae, innerhalb jeder 
lnsula die einzelnen Hauseingänge  sowohl Haupt- wie Nebeneingänge  
Ove rbeck, Pompeji. 4. Aufl. 3
        

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