Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1877553
Gattungen der Bilder. 
Lalmdschaften und Architekturansichtelm. 
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heiligen Baume mit seinem Sacellum enthalten und wo sie nicht, als An- 
sichten vom Meer aus, mit Hügeln oder Bergen abgeschlossen sind. mit sehr 
hegreiflicher Vorliebe in vielen Fällen eine Fernsicht auf das Meer dar- 
bieten. Anderei sind mehr als Seestücke gefasst und zeigen ein dahin- 
ruderndes Schiff oder deren zwei, vielleicht neben einer Landzunge oder vor 
einer Insel, auf welcher ein Tempel oder ein Säulengang oder sonst ein Ge- 
bäude steht. Als Staffage finden sich in solchen Bildern ein paar Hirten mit 
etlichen Thieren, oder Opfernde, Welche sich einem ländlichen oder Baum- 
heiligthum nähern, oder auch Fischer an den Meeresufern. Mit den Maßen 
der Bildfliichen Wachsen sodann die (largestellten Gegenstände aus einzelnen 
Gebäuden zu ausgedchnteren Veduteil, namentlich vorzugsweise Hafenan- 
sichten mit architektonischen Perspectiven mit Brücken, Tempeln, Säulen- 
hallen, weiten Plätzen, zu ganzen Stadttheilen, in denen man jedoch schwerlich 
Ansichten wirklich vorhanden gewesener Baulichkeiten zirverstehn haben wird, 
sondern vielmehr frei erfundene Nachbilder einer Architektonik, welche die 
Küsten des Golfs von Neapel 
zieren mochte. Als Probe bietet 
Fig. 297 eins der weniger ans- 
gedehnten und weitläufigen, 
dagegen besser gemalten Bilder 
dieser Art, welches eine mit 
mancherlei Tempeln und Hal- 
len bedeckte Felseninsel dar- 
zustellen scheint. Den städti- 
schen Hafenansirehteir, welche 
durch mancherlei Schiffe hcleht 
werden, schließen sich nahe 
die Darstellungen der mehr oder 
weniger prächtigen Villenanla- 
gen an, mit denen in der ersten 
Kaiserzeit der ganze (iolf von 
Neapel von Bajae bis Sorrent 
umsäumt war. Diese Villen- 
(larstellungen, welche uns einen weiten Einblick in das üppig heitere Leben 
der damaligen Zeiten eröffnen, unterscheiden sich von den Stäldteansichten 
durch das Ilineinziehcn eigentlich landschaftlicher Elemente, Räume und 
Baumgruppen, die in ummauerten Gärten, aber auch frei stehn, XVagger- 
falle, Bäche, Teiche n. dgl. und durch die Staffage, in welcher an die Stelle 
der Schiffe Fischerbarken, Wohl auch Imstgondeln treten, Während das Ufer 
nicht selten von mancherlei Personen, Fischern mit Angeln und Netzen, aber 
auch vornehmeren Spaziergäingern u. dgl., einzeln auch komischen Sccnen 
belebt werden. Noch andere Bilder, in denen die eigentlich landschaftlichen 
Elemente wiederum stärker anwachsen, darf man als Dorflandschaften be- 
zeichnen ; es sind Darstellungen ländlicher Gebäude in größerer oder geringerer 
Zahl, welche sich vielfach um ein Heiligthum, nicht selten um das Sacelluln 
eines heiligen Baumes gruppiren, aber durch die Charakterisirung des Terrains
        

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