Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1877508
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Drittes Capitel. 
Die Malerei. 
das Triclinium und das cubieulum in der Oase di Meleagro S. 312) zu den mit 
reicherem Bilderschmuck versehenen und in den meisten mit Bildern ge- 
schmückten Riiumcn waren Fenster bestimmt nicht vorhanden, in diese drang 
vielmehr nur sehr gebrochenes Licht aus dem an sich schon schattigen Atrium 
oder Peristyl. Allein wie dem auch war, so viel steht fest, dass wir die Bilder, 
 die gesammte Decoration in Pompeji heutzutage, wo alle Bedeckung von 
oben fehlt, in ganz anderer und viel grellerer Beleuchtung sehn, als sie die 
Alten sahen, ein Umstand, dem mit aller Sorgfalt Rechnung getragen werden 
muss. WVie ganz anders die Malereien bei einer schattigen Bedachung von 
oben, als bei allseitiger Beleuchtung wirken, davon kann man sich am besten 
in einigen der neuerdings mit vollen Schutzdächern versehenen Räumen, wie 
z. B., um nur diesen einen zu nennen, in dem eben schon angeführten großen 
'l'riclinium N0. 27 der Casa di Meleugro (Plan 8.308), überzeugen, wo ein 
ahnliches Licht herrscht wie das, in welchem die Alten die Bilder malten und 
sahen. Denkt man sich hier alles frischer und lebhafter in der Farbe, so wird 
man hier am ehesten ungefähr den Eindruck erhalten, den die pompejaner 
Malerei im Alterthum hervorbrachte. 
Sprechen wir nach diesen allgemeineren Betrachtungen nun zuerst von 
der materiellen Technik der Malerei in Pompeji.  
Von den verschiedenen technischen Arten der Malerei bei den Alten, 
welche unter die beiden Hauptgattungen der Tafel- und der Wandmalerei 
fallen, ist uns in den pompejanischen Gemälden nur die letztere, die Malerei 
auf die Tiinche der Wände erhalten. Damit soll nun allerdings durchaus 
nicht bestritten werden, dass man in Pompeji auch Staffelcibilder auf Holz ge- 
malt habe, wofür schon die zweimalige Darstellung der Malerei auf 'l'afeln 24') 
Zeugniss ablegt; allein, da uns dergleichen Bilder, wie gesagt, aus Pompeji 
nicht erhalten sind, so kann, ja muss hier ganz und gar von den Erörterungen 
abgesehn werden, welche sich auf die Tafelmalerei der Alten, ihre Technik und 
deren Ergebnisse beziehn, und die Darstellung auf das beschrankt werden, 
was über die Wandmalerei in Pompeji bisher erforscht und neuerdings in un- 
umstößlicher Weise festgestellt worden ist. 
Es ist bei dem lebhaften Interesse, welches die ganze gebildete Welt an 
den pompejanischen Wandmalereien nahm und nimmt, sehr begreiflich, dass 
man dieselben von Anfang ihres Bekanntwerdens an in jeder Weise und nach 
allen Richtungen hin, in Beziehung auf den Grund, auf die Blarbenmaterialien, 
Hllf deren Auftrag vielfältig untersucht hat. Die Bilder selbst in ihrer un- 
übersehbaren Menge und Mannigfaltigkeit boten diesen antiquarischen und 
ilrtlstischen und die aufgefundenen Farben, sowie Stücke von halb oder ganz 
zerstorten Bildern daneben noch chemischen Untersuchungen ein wenn auch 
lllgllt überall ausreichendes, so doch ziemlich reichliches Material, und dennoch 
 gäsäglälglvliggßi die 1ll111l' selten mit der nöthigeir Unbefangenheit und 
richti en Ermebni ngeste ten Untersuchungen lvielfach zu ganz un- 
g P 888.11 gefuhrt haben. bo von den chemischen Untersuchungen 
mehr als elf"? derlenlsen, Welßhe, an Gemäldefragmenten vorgenommen, 
allßer Acht heß'?11: dflss auf diesen ein Conservationsfirniss haftete oder dass 
sie modernerweise mit Wachs oder auch Wasserglas überzogen worden waren,
        

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