Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1877419
Athletenstatue. 
Porträtstatueu  
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weil diese einzige Athletenstatue, abgesehn von ihrem eigenen, nicht un- 
erheblichen Werthe, wie gesagt, eine ganze Classe von läildwerken zu vey. 
treten hat. Außer den Athletenstatuen, welche man auch dann, wenn sie 
bestimmten Individuen als Ehrcndenkmaler gesetzt wurden (was bei dem 
Doryphoros wohl nicht der Fall war), Portratstatuen nicht nennen kann, 
weil sie nur in Ausnahmefällen mit individuellen Ziigen ausgestattet wur- 
den, gesellten sich in antiken Städten den mythologischen läildwerken die 
Porträt- und Ehrenstatuen, beinahe die einzige (iattung, die wir außer deco- 
rativen Sculpturen besitzen, die aber in Pompeji reichlicher vertreten sind, 
als in sehr vielen, um nicht zu sagen den meisten modernen Städten, die 
größten nicht ausgenommen. Erhalten ist uns hier freilich verhiiltnissmaßig 
nicht eben Yieles; an die Statuen im Tempel der Fortuna Augusta (S. 115 f  
diejenigen der Livia und des jiingern Drusus im Maccllum (8.124) und die 
Statue der Eumaehia (S. 134), welche ihres Ortes erwähnt wurden, möge 
hier noch einmal erinnert werden, ebenso an die in Fragmenten aufgefun- 
dene bronzene Reiterstatue auf dem lilorum, deren Stücke, darunter der 
tretfliche Kopf des Pferdes, jetzt im Museum sind 233). Von einer andern 
bronzenen lleiterstatue, welche vielleicht den Ehrenbogen am Eingang des 
Forum geschmückt hat, ist der fragmentirte Reiter, welcher Caligula darzu- 
stellen scheint, ebenfalls im Museum  wogegen von den Statuen, welche 
die übrigen großen Postamente des Forum zierten, nichts aufgefunden wor- 
den. Dasselbe gilt von den sämmtlichen kleineren Postamenten des Forum 
civile, von denen nur mehre, nicht alle, die Namen der verdienten Bürger 
zeigen, (lOICII Standbilder sie einst trugen, und wiederum dasselbe von der 
einen Basis im Forum triangulare, auf welcher nach der Inschrift (I. R. N. 
N0. 2228) die Statue des M. Clandius Maircellus stand. Fragmentirt wurde die 
Ehrenstatue des T. Suedius (llemens in der (iraberstraße, besser erhalten eine 
unbekannte ähnliche 1816 östlich vor der Stadtmauer gefunden, welche nun 
im Museum ist 235). Von der Statue des Holconius, welche neuere Funde in der 
Stmda degli Olcmgj zu Tage gefördert haben, ist schon oben (S. 536) gesprochen 
worden. Aber auch mit den hier angeführten Ehrenstatuen ist der Vorrath 
derselben, welchen Pompeji einst besessen, noch lange nicht erschöpft; ob 
Wirklich auf dem Forum triangulare die Ehrenstatue des M. Claudius Marcellus 
Vereinzelt gestanden hat, ist ungewiss, eben so, ob das Theater weitern Sculp- 
tursehmuck als die einzige Statue des Holconius (S. 163) gehabt habe, doch 
ist dies, theils nach den aufgefundenen, wenngleich nicht sicher zu deutenden 
Spuren (s, a. a. O.) nicht unwahrscheinlich, theils wird es durch die Analogie 
(lßs Theaters von Herculaneüm nahe gelegt, welche uns annehmen lasst, dass 
allein der nicht vollendete Umbau der Theater das Fehlen eines reichern 
Statuensehmuckes bedingte. Und wie zahlreich müssen nicht überhaupt in 
allen öffentlichen Gebäuden nach Maßgabe der zu ihrer Aufnahme bestimmten 
Nischen und Fußgestelle, die bei ihrer Beschreibung verzeichnet worden sind, 
die Ehrenstatuen gewesen sein; denn (lass es solche waren, ist doch weitaus 
am wahrscheinlichsten, obgleich der Gedanke an die Bildnisse berühmter 
Staatsmänner und Redner nicht völlig ausgeschlossen ist. Rechnet man aber 
auch nur die nachweisbaren und mit ziemlicher Sicherheit zu vermuthenden
        

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