Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1877291
Brunnenfiguren. 
noch standen sie zu demselben in so naher Beziehung, wie die erwähnten, 
dennoch hatten sie mit dem Wasser von Impluvien und Piscinen zu thun, 
wie Beispiele aus Pompeji und Ilerculaneum zeigen, und gewinnen bei 
einer solchen Aufstellung außerordentlich an lebendigem Charakter und an 
Anmuth der Erfindung. Alles in Allem genommen gehören die Brunnen- 
{iguren sehr verschiedenen Kreisen an: es giebt mythologische sowohl wie 
nicht-mythologische. Die ersteren sind vorzugsweise, aber keineswegs aus- 
srehließlich. dem bakchisehen Kreise entnommen, die anderen reine, zum Theil 
allerliebst erfundene Genrebilder im eigentlichen Sinne des Wortes, wie die 
zehn Knaboniiguren aus Bronze von Herculaneilm (Mus. Borb. Vol. I, 45; 
Il, 22 und III, 11), welche aus (irefaßen den Wasserstrahl ausgießeu oder 
einen Fisch oder eine Maske halten, aus der er hervorspringt. Bei ihnen 
soll man ja nicht nach irgend einem mythologischen Namen suchen, und 
ihnen würde man mit der gezwungenen Beilegung eines solchen großes 
Unrecht thun. 
Herculaneum sowohl wie Pompeji haben Brunnenfiguren aller Art, von 
Marmor und Erz, aus mythologischem Kreise und aus dem des Alltagslebens 
in nicht geringer Zahl geliefert, welche durch die Analogie, welche sie zu 
anderen Statuen liefern, von ganz besonderem Werth und einer Durch- 
musterung (lurchaus wiirrlig sind. Die folgende kleine Auswahl mag die ver- 
schiedenen Classen zur Vorstellung bringen. Zunächst einige Proben solcher 
Figuren, welche direet als Wasserausgiissc dienten. YVie schon gesagt, sind 
hier ganz besonders die Figuren des hakchischen Kreises loeliebt, namentlich 
Silene und Satyrn mit dem Weinschlaueh oder der Amphorai, bei denen das 
Ausgießen aus eben diesem Sehlauche oder Gefäße, mögen sie dasselbe auf 
der Schulter oder unter dem Arme   
tragen, mögen sie den Schlauch im  
seligen Rausche oder im trunkenen  XI. 
Schlafe auf den Boden fallen ge-  j   
lassen, oder die Amphora, um aus- 5 blm    
zuruhen, auf einen Pfeiler oder lllj,    K 
Baumstumpf gelegt haben, als na-  X  i_ Xi s, 
tiirliches, oft aber mit treiflichstcm   f, l, K 
Humor behandeltes Motiv er- v, k  L6 X {X   aQÄ-Äi 
scheint. Auch in Pompeji sind der- 11';   1G e. (w, 
artige Bmnneniiguren nicht selten; 1        lw, X,   
einem alten Silen mit dem Wein- , p. Ä   l l" "f Ad d 
sehlauche sind wir schon in der F? i      
Brnnnennische der Oasa di Lucre-  i   l  ß 
zio (S. 318) begegnet, ein Satyr mit    J ,   ihm; 
demselben Geriithe aus der s. g. es, r, w! 
Villa des Cieero ist auch schon er- xhij l 
wähnt; einen zweiten Silen von  _b 
Marmor, Welcher in der Brunnen_ Fig. 284. Brunnenhguren. 
nische der Oasa del granduca aus einem auf einen Baumstamm gelegten Ge- 
fäße das Wasser ausgoss, zeigt Fig. 284 a; auf ein zweites Motiv in der 
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