Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1877277
Bilder des häuslichen Oulnus. 
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Popidii Seczmdi Auyustiani) genannten Hause der Strada Stabiana (Plan N0, 
118) gefundenen lebensgroßen Bronzestatue eines Apollon 717), von welcher 
Fig. 282 eine nach einer Photographie gemachte Darstellung giebt. Diese 
Statue, auf deren künstlerische und kunstgeschichtliche Bedeutung zurück- 
gekommen werden soll, hält in der gesenkten Rechten das Plektron, so 
dass kein Zweifel sein kann, dass sie mit der Linken, in welcher noch ein 
Apparat zur Befestigung erhalten ist, die Lyra gehalten hat, die aber spurlos 
verloren ist. Sie stand an der Ecksiiule im Peristyl des genannten Hauses, 
freilich nicht in einem häuslichen Heiligthum, wie die eben besprochene, so 
dass wir nicht. mit Bestimmtheit sagen können , dass sie dem Cultus der einst- 
maligen Bewohner gedient habe, Welche sie auch als ein bloßes Schaustück 
besessen haben mögen, obgleich sie den Charakter hat, der Cultbildern be- 
sonders zuzukommen scheint. 
ln einer Aedicula dage-   
gen wurde, falls nämlich den  
Angaben Finatis im Mus. f  -  r 7: 
Borbon. Vol. II zu tav. 23,     
der über das Datum der Auf-   M] jlsny .3 
findung (1808 statt 1811, den X p a", i? IP fix (De?   
63.April nach Pomp. ant. bist. f! fx f! X  i]    ( 
I, III, p. 54 sq.) irrt, mehr als  l  f;   Egal 
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em mchtganz genauenFund X  M,   S 5 
berichte zu trauen ist, eine l    1,55 
zweite , kleinere bronzene b,  „    s 
Apollonstatue von sehr ju- Ä " ,l b, 
gendlichen und zarten For- K y  
men gefunden, von welcher i b, )  l  
der Umriss Fi  283 a wenig-       
stens der COäIPOSIlSIOII nach  1 
eine Vorstellung geben kann. "i,  
Das Hausv in Welchem Sie Fig. 283. Bronzene Götterbilder aus Privathäusern. 
stand (Plan N0. 26), scheint 
von einem besonders eifrigen Verehrer des Apollon bewohnt gewesen zu sein, 
denn auch in den Gemälden desselben, welches nach diesen und der Statue 
den Namen Casa dlßlpolline führt, ist diese Gottheit mehr als ein Mal dar- 
gestellt. Die jetzt im Museum befindliche Statue 213) zeigt den Gott an einen 
schlanken Pfeiler lässig angelehnt, sein Spiel unterbrechend, als wolle er mit 
sanft geneigtem Haupte den Bitten des vor ihm Opfernden horchen. Sie ist 
von zierlicher, wenn auch etwas glatter Arbeit und von einer so vortrefflichen 
Erhaltung, dass selbst noch einige der silbernen Saiten an ihrer Lyra u11ge- 
brechen sind. Diesen beiden bronzenen Statuen des Apollon gesellt sich eine 
dritte von griechischem Marmor, von der freilich nur der Körper antik ist m9) 
(abgeb. mit den Ergänzungen Mus. Borb. XII, tav. 56), welche aber ebenfalls 
aus einem Privathause stammen soll und fiiglich ein Cultusbild gewesen sein 
mag. Auch in dieser Statue scheint der Gott, Welcher mit über den Kopf 
gelegtem Arm an einen Baumstamm gelehnt ist, an dem sein Köcher bangt, 
Overbeck, Pompeji. 4. Anti. 35
        

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