Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876892
Erster Abschnitt. 
Material und Technik. 
Holz ; Mosaik. 
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erhielt, indem zugleich die Festigkeit erhöht wurde (opus Signinum), oder in 
welche man, wie wir dies nach der Auffindung eines unvollendeten Fußbodens 
ganz genau beurteilen können, nach vorgezeichneten Linien vor der völligen 
Erstarrung verschieden gestaltete Ziegel- oder Steinstiickchen incrustirte, mit 
denen mancherlei Linien und Figuren hergestellt wurden (vgl. Zahn II, 96). 
Dies ist bereits ganz das Princip des in Griechenland erfundenen Mosaiks 
(Lithostroton), welches in Rom seit Sullas Zeiten in Gebrauch kam, und von 
diesem einfachsten Mosaik bis zum vollendetsten Gemälde ist in Pompeji eine 
fast ununterbrochene Reihenfolge nachweisbar, indem die in den Gypsmörtel- 
grund eingelegten Steine denselben immer mehr verschwinden machen, Sväh- 
rend in ihnen die Figuren und Linien immer reicher und mannigfaltiger, 
sodann diese Steinwürfel immer kleiner, die Zeichnungen dadurch fleißiger 
werden, indem man ferner die Steinwiirfel farbig, oft sehr vielfarbig wählte, 
und sie endlich etwa in der Art eines Stickmusters so nahe und unmittelbar 
an einander rückte, dass der Grund, in dem sie alle haften, vollkommen ver- 
schwindet. Beispiele, durch welche man sich die aufsteigende Reihe ver- 
gegenwärtigen kann, die aber in Verkleinerung und ohne Farben hier nicht 
Wiederholt werden können, linden sich in Zahn's Ornamenten und Gemälden 
'2.Folgc auf den Tafeln 56. 79. 96. 99. 
Um aber über die Fußböden und Mosaike das Zimmerhandwerk nicht aus 
den Augen zu verlieren, ist zu bemerken, dass, was uns in den verschütteten 
Städten sei es im verkohlten Zustand oder Abdruck oder in Nachbildung, über- 
liefert ist, in structiver Beziehung als gut, selbst vortrefflich behandelt anerkannt 
werden muss, wofür namentlich die 
weit ausladenden Gallcrien Zeug- H 
niss ablegen und was bei den weiten 
Spannungen mancher Decken, z. B. f l 
im bedeckten Theater, im Sitzungs- J  l  
saale der Decurionen und sonst   
vorausgesetzt werden muss. Aller- 
(lings ist das Badkenwerk in Privat-            
häusern, da wo es nicht in der oben    
näher ängeggbgngn Weige zusam-    F?     
fnßllgesetzt ist, meistens einfach,     
Ja Sügilr ziemlich roh bearbeitet,  
selbst nicht überall regelmäßig     
viereckig verschnitten, allein dies     7-  
Wird dadurch erklärt und gntgghul-     l    
digt, dass das Meiste durch ver- Ei?   
sehiedene Verschalungen und Ver- 
Putze den Blicken entzogen war.  
Aüßh mehre der in GypsabgüSS Fig. 266. Fragment einer Zimmerthür. 
erhaltenen Thüren sind nichts we- 
Iiiger als zierlich gearbeitet, wogegen z. B. die gemalte blinde Thür im hintern 
Gange fies Gebäudes der Eumachia (oben S. 134) und diejenige im Hause des 
Sauustlus (S- 304) wohl geeignet sind, uns von dem Zimmerhandwerk einen
        

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