Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876752
Erstes Oapitel. 
Die Architektur und das Bauhandwerk. 
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örtlicher Fabrikation und den letzten Jahrzehnten der Stadt angehören. Die 
malerische vVanddecoration auch dieser letzten Perioden kann erst weiterhin 
in einem andern Zusammenhang erörtert werden und dasselbe gilt von den 
Hervorbringungen des Kunsthandwerkes. 
Aus dieser kunstgeschichtlichen Übersicht, mit so flüchtigen Strichen sie 
auch skizzirt sein mag, wird man wohl von vorn herein den Schluss ziehn, 
dass man in Pompeji keine oder doch nur recht wenige Meister- und Muster- 
Werke der Kunst zu suchen hat, womit freilich durchaus nicht gesagt werden 
soll, dass sich nicht manches Schöne und Erfreuliche fände. Aber nicht diese 
aus der Masse hervorragenden Stücke, welche man ja leicht aussondern und 
zusammenstellen könnte, oder doch nicht sie allein und nicht einmal vorzugs- 
weise sie sind es, welche ein näheres Eingehn auf die in Pompeji vertretene 
Kunst rechtfertigen; es ist vielmehr auch auf dem künstlerischen wie auf dem 
antiquarischen Gebiete das Ganze als solches, es ist der Zusammenhang alles 
Einzelnen unter einander und mit dem gesammten Leben der antiken Stadt, 
was der kleinen pompejanischen Kunstwelt ihren eigenthiimlichen Reiz und 
ihre große Wichtigkeit für die Forschung verleiht. Denn es giebt auch unter 
diesem Gesichtspunkte keinen Ort auf Erden, wo die Hervorbringungen der 
bildenden Künste von der Architektur an durch Plastik und Malerei und durch 
das Kunstgewerbe in seinen verschiedenen Zweigen bis hinab zum reinen 
Handwerk auch nur annähernd in gleicher Vollständigkeit erhalten wären; 
und Wenngleich das Gesammtbild, das wir von der Kunst in Pompeji empfangen, 
nur dasjenige seiner letzten Periode ist, in welche die Reste der Vergangen- 
heit mehr oder weniger vereinzelt hineinragen, so ist doch auch dies unschätz- 
bar, mit nichts in der Weiten Welt zu vergleichen und mehr als sonst irgend 
etwas geeignet, um uns die Kunst als einen organischen Bestandtheil des 
antiken Lebens erkennen und empfinden zu lassen. 
 
Erstes 
Capitel. 
Die 
Architektur 
und 
das 
Bauhandwerk. 
Erster 
Abschnitt. 
Material 
und 
Technikfm) 
Eine etwas eingehendere Zusammenstellung der Materialien,  (12333? 
die pompejanischen Bauwerke aufgeführt sind, rechtfertigt sich nie than t 
dadurch, dass mit dem Material die Technik aufs engste ZllSRHlI-Ile-n a  g 
sondern weiter und nicht am wenigsten dadurch? dass dlese Matenahen emd 
der wesentlichsten Handhaben zur Bestimmung des Alters der Bautfn X1111- 
demgemäß zur Herstellung einer Baugeschichte der Stadt darbieten. Mmterial 
gemeinen findet sich in Pompeji wie in der ganzen Welt daslefuge a 
Overbeck, Pompeji. 4. Auß. 52
        

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