Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876629
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Sechstes Cupitel. 
Zeugnisse des Verkehrs und des Lebens nach Ins0hriftex1 
(H Olronio kennen gelernt. Ähnliches konnnt auch sonst v01'. Ferner linden 
sich Vemeichnisse von Kleidungsstücken, wie z. B. IC XXI. Jllaias tunica 
pallizzvzz nonzlw rllaiasjkzsria. VIII {das Maias tiunieae III (wden 18. April eine 
Tunika ein Pallium, den 7. Mai eine Binde, den S. Mai drei 'l'unikenn), welche 
vielleicht, in einem Falle wohl gewiss zur Wäsche gegeben, oder zu solcher 
vom Walker und Wäscher angenommen sind; läuehfiihrnng über Schuster- 
arbeit und (lergleichen mehr. Von besonderem Interesse ist uns der Einblick 
in eine antike Spinn- oder genauer gesprochen Webestnber, ein Ergastulnm 
der Sclavinnen eines Hauses, welches uns das Wverzeichniss von elf Mädchen 
verschafft, deren Namen nebst den von ihnen zu lösenden Aufgaben (pensa 
geschrieben pesa) wahrscheinlich ein rh'spensalo1', d. i. ein Aufseher des Erga- 
stulum an eine Säule, und zwar des "Peristyl. nicht des Atrium? WO die XVM)- 
stiihle zu stehn pflegten, in dem Eekhailse der Strazla della Forhma (di Nola) 
und des P7110 rlegli scz'en.zicztv' geschrieben hat (I507). In diesem Verzeichniss 
heißt es  
VITALIS 
TRAMA 
PIISV 
IßLnRIINTTNA PusA  III 
AMARVLLIS Pnsv, TRAMA 
IANVARIA SVPTII PIISA 111 
HIIRACLA  PIISV STAMIIN 
MARIA Pll STAMIIN  
 STAINIIIN 
STA' PIIS DVA 
 wr 
IIT- 
LALAGII PHS STAMIIN 
IANVARIA PH A TRAMA 
   
DAMALIS TRAMA PHSY 
S    RVSA 'I'RAMA PIISY 
PAPTIS, PHSV 'I'RA1WIA 
DORIS, PIISV STAMIIN 
Wenn dazu bemerkt wird, dass stanzen den vertiealen Aufzug am  aufrecht 
stehenden  Wehstuhle , frmna den schräge gekreuzten Aufzug, subfehnezr] 
die Kette. des (iewebes bezeichnet. und pezzsum die zum Spinnen zugewegene 
Welle, so kann von einer Übersetzung des ganzen Verzeichnisses abgesehn 
werden; es ist nur noch auf die zum Theil sehr poetischen Namen dieser 
hlägde (Damalis, I)01'is, Lalage, Amaryllis z. B.) aufmerksam zu machen. unter 
denen aber die Maria nicht etwa Maria zu lesen und als Christin oder Jüdin 
zu betrachten ist, sondern Maria, als Femininunr zu lNIarins. Aber auch a11- 
deren häuslichen Notizen luegegnet man. Mit feierlicher Angabe des Censulats 
ist auf der Wand des Atriums eines Ilauses in der Strada della Fbrtuzzaali rVola) 
die Geburt eines Eselchens am 6. Juli im Jahre 783 Roms z: 29 n. Chr. ver- 
zeichnet (1555) so: 
L  NONIO ASPRENATE 
A.  PLOTIO CO8 ASELLVS NATVS 
PRIDIE NONAS  CAPRATTNAS 
An einem andern Orte wahrscheinlich die 
784 R.  30 11. Chr. vermerkt. Auch sehr 
Geburt von Lämmern im Jahre 
vergängliche persönliche Leiden
        

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