Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876609
484 
Sechstes 
Capitel. 
Zeugnise des Verkehrs und des Lebens nach Inschriften. 
eines Mädchens an ihren Schatz ist (1695):     Paguro suo salutem. Vielleicht 
kann man auch als Brieffragment die folgende nichts weniger als höfliche 
Anrede (in dem Eingang eines Hauses des Vico de! balcone pensile, 2043) be- 
trachten: Nicerate, vana succula, quhze] amas Felzicionepvz] et ad porta[m] de- 
ducis, illud tantum in mente lzabeto     (etwa: wNicerate     welche du 
den Felicio liebst und ihn an die Thiir verlockst, dies Eine bedenke doch 
wenigstens:     Indem wir ein paar längere, aber von Garrucci unsicher 
überlieferte, neuerlich nicht wieder aufgefundene Briefe bei Seite lassen, 
führen wir noch die beiden naivsten dieser Briefe an. Im Hausflur der Oasa 
de! orso (1684,! steht: Victoriue suae salutqm]. Zosimus Victoriae salutem. 
Rogo (e ut mild suclLclurhdas aeiati meae; si putas me aes non lmbklre     
("Seiner Victoria Gruß l Zosimus grüßt Victoria. Ich bitte dich, dass du mir 
zu Hilfe kommst, meiner Jugend; wenn du denkst, dass ich kein Geld 
habeu.     Das erste Victoriae szeae salulem steht getrennt von dem Texte, 
gleichsam als Adresse, die Orthographie ist vielfach fehlerhaft. Aus der Basi- 
lika, jetzt im Museum ist dies  1852): Pyrrlzus Club conlegae salhnfem]. llloleste 
fero guod audivi te nzortuum; zluyue male. (vPyrrhus seinem (lollegen Chius 
Gruß. Ich bin betrübt, dass ich gehört habe, du seiest gestorben. So gehabe 
dich denn wohl in) 
Im Gegensatz und zum Theil in schneidendem Gegensatze gegen die 
Gemiithlichkeit und iGutmiithigkeit dieser Briefe stehn die Äußerungen von 
Neckerei, Spott, Lästerung, welche sich sehr zahlreich finden, und welche sich 
bis zu den gröbsten Schmahungen und Beleidigungen steigern. Die aller- 
meisten dieser [nschriften liegen auf einem Gebiete, von dessen Wiedergabe 
hier ganz abgesehn werden muss, so dass man deren Gesammtheit nach dem 
sehr XVenigen. das hier Initgetheilt werden kann, nicht zu beurteilen im 
Stande ist. Von der Angeberei der Rendezvous des Staphylus und der Ro- 
mula ist schon oben gesprochen; in einer andern Inschrift, abermals in der 
Basilika (1948) wird einem mit Namen genannten 
N Mädchen (Lucilla) ein schmutziges (iewerbe nach- 
Y i   i  gesagt, wieder in einer andern daselbst (1949): 
Oppi emb0liarz'fieeruucule der genannte, wahr- 
scheinlich ein Possenreißer des Mimus, als viDieb, 
ö Spitzbubelu angeredet. Unter dem mancherlei 
Spott ist beispielsweise auch dieser, allerdings 
nicht ganz sicher überliefertef), dass einer ein  
hingezeichnet mit den begleitenden Worten: 
 illiccionis stumm considerate (wischt euch des Mic- 
cio Beine am), und endlich treffen wir auch auf 
Fig. 260. Karrikatur. offenbar karrikirte Porträts mit Namenbeischrift, 
von denen Fig. 260 wenigstens eine Probe (1810) 
bietet, da sich dergleichen in Worten nicht wiedergeben oder umschreiben 
lasst. Der Name ist Peregrinus. 
Von ganz besonderem Interesse ist der Wiederhall des öffentlichen Lebens 
Zangemeisters Bemerkung zu C. 
2416.
        

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