Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876541
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Sechstes Capitel. 
Zeugnisse des Verkehrs und des Lebens nach Inschriften. 
geschrieben worden sind. Beispielsweise finden wir die Verse aus Ovids Arse 
amandi I, 475 f. in der Basilika von Pompeji  1895) in dieser Gestalt wieder: 
Quiz] pote {am dumm saxso au! quid mollius unda? 
Dum {amen molli saxsa cavantur cagiua. 
(Was ist härter als Fels und was ist weicher als Wasser? 
Aber der härteste Fels wird von dem Wasser gehöhlt.) 
S0 hat ein Anderer ebendaselbst (1893. 1894) zwei Verse Ovids (Amores I, 77 f.) 
mit zweien des Properz (V, 5, 47 f.) der Ähnlichkeit des Inhaltes nach zu 
einem Ganzen verbunden, noch ein Anderer wieder an demselben Orte (1950) 
zwei andere Verse des Properz (IV, 16, 13 f.) mit einigen nicht vorzüglichen 
Abweichungen von unserer handschriftlichen Lesart wiederholt. Und neuer- 
dings sind abermals zwei Verse desselben Dichters (II, 5, 98 f.) im Peristyl 
des Hauses Reg. VI, 14, 9 gefunden worden de)  
Neben diesen Erinnerungen aus bekannten Dichtern und zwar überwie- 
gend oft aus Vergil und weiter aus erotischen Gedichten, finden wir nun aber 
an den Wänden Pompejis nicht wenige andere Verse, welche an bekannte nur 
entfernter anklingen, und noch andere, von denen wir es dahingestellt sein 
lassen müssen, ob sie der Schreiber auch selbst gedichtet, oder wie jene anderen 
aus fremden, uns nur nicht bekannten Poesien entlehnt hat. Auch von solchen 
Versen mögen hier ein paar Proben folgen. YViederum aus der Basilika, die 
überhaupt am meisten derartige Inschriften aufzuweisen hatte, ist dies aus 
allerlei ovidischen, properzischen und anderen Erinnerungen zusammen- 
gesetzte Distichon (1928):  
Scribenii mi dictat Amor moßdstratgue Cupido, 
[A71] peream, sine te si deus esse velim. 
(Mir spricht Amor vor und mich belehret Cupido : 
Weh' mir, wünscht ohne dich selber ein Gott ich zu sein.) 
Sehr zierlich, und bis auf einen metrischen Fehler eines guten Dichters 
würdig, aus dem es ein nicht genau wiedergegebener Nachklang sein mag, 
ist folgendes Distichon (1649), welches an den Thürpfeiler eines Hauses im 
Vico dei soprastanti eingekratzt ist: 
Alliget M0 aums si guis obiurgat amantes 
 Et vetet assiduas currere fontis aquas. 
(Binde den Wind hier an wer Liebende suchet zu trennen 
Und verbiete des Quells murmelnden Wellen den Lauf.) 
Überaus schmachtend hat sich der Verliebte ausgedrückt, der folgende 
Verse (1837) mit Anklängen an Tibull (II, 6, 17-22) und Vergil (Ecl. II, 7) 
in der Basilika angeschrieben hat: 
Si potes et non M's cm" gaudia dgfers, 
Spemgue foves et cras usgue reclire iubes F? 
[Erlgo coge mori, quem sine te vivere coges, 
Munus erit certe non cruciasse boni. 
Quod spes enpuit spes certe reddet amcmti     
 
Bull. d. 
Inst. 1875,
        

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