Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876427
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Sechstes Capitel. 
Zeugnisse des Verkehrs und des Lebens nach Inschriften. 
maßen angeordnet sind 
B 
A 
C 
D 
E  
Das Gemälde A, 
nur theilweise 
erhal- 
ten, stellt vor einem Rundtempel den Ringkampf zwischen Pan und Eros, 
einen in antiken Kunstwerken nicht selten wiederholten Gegenstand, hier in 
Anwesenheit der in nachdenklicher Haltung bei Seite stehenden Aphrodite 
dar. Unter den Füßen der Ringenden stehn die jetzt zum großen Theil unles- 
har gewordenen Verse : 
 'O ägaoizg dalääcroexeu yligcug 11,57 Howl uulaicuw, 
xd: Küivgtg (Ödiver, rig riwx irgcörog älei. 
nioxvgbg w) Ö IIÖW xai xagregäg" dlldz navoügyog 
Ö rcrowög, aal "l:'9cug' 0Ygerm d: öüvoeytgc. 
welche in Übersetzung etwa so lauten würden:  
Kühn zum Ringkampf stellet dem Pan sich Eros entgegen, 
Kypris zagt, wer wohl schneller den andern besiegt. 
nMuthig zwar ist Pan und kraftvoll, aber ein Schlaukopf 
Eros, der Flügelknab; ihm unterlieget die Kraftw. 
Das Mittelbild der Hinterwand (O) stellt eine in den Lebensbeschreibun- 
gen- Homers berichtete Anekdote dar. Homer soll in Ios am Meeresufer 
sitzend Fischer, welche vom Fange heimkehrten, nach dem Ergebniss ihres 
Fanges gefragt und von diesen die ihm unverständliche Antwort erhalten haben : 
80'171 gllorcw Äutöyeoäoz, 3003 0d); Zitoysw rpegöyeoßa (was wir gefangen haben 
warfen wir weg, was wir nicht gefangen haben tragen wir bei uns). Sie 
sprachen nämlich nicht von ihrem Fischzuge, sondern von Ungeziefer. Die 
vor Homer (ÜMHPÜC) stehenden Fischer (AAHJEIC), von denen der zu Homer 
redende eine der Rathselantwort würdige, gemeine Gestalt ist, stellt das Bild 
dar und zu den Füßen der Fischer steht der Vers. Das Gemälde links von diesem 
(B) zeigt drei Jünglinge, welche an einem Baume vor einer mit der Statue des 
Pan gekrönten Säule Netze aufgehängt haben. Die zugehörigen Verse sind 
bis auf einzelne Spuren zu Grunde gegangen; aus diesen Spuren aber lässt 
{sich feststellen , dass diese Verse diejenigen waren, welche in der Anthol. 
Palat. VI, 13 dem Leonidas von Tarent beigelegt werden und in denen drei 
Brüder, ein Jäger, ein Vogelstellernnd ein Fischer dem Pan zum Danke für 
glücklichen Fang ihre Netze weihen. Das nur in der untern Hälfte erhaltene 
entsprechende Bild rechts (D) zeigt eine an einer Säule sich emporwindende 
Rebe, gegen welche ein Ziegenbock sich aufrichtet, um die Trauben zu fressen. 
Links in dem Bilde wird derselbe Ziegenbock von einem Knaben zum Opfer 
geführt, während ein Mann ihm den Saft einer Traube auf den Kopf traufelt. 
Darunter stehn die ebenfalls schon anderweit bekannten Verse (Anthol. Palat. 
IX, 75):  
K5? H8 rpäygyg nori äiCow ßywg 35m xagvwgogrjctu 
ocaov ärmrrteioat aoi, rgoäye, Svoyävq) 
also etwa: 
Von 
Frisst du mich auch bis zur Wurzel, genug doch trag' ich der Früchte, 
Dich zu Weihen, o Bock, wirst du zum Opfer geführt. 
der Hauptcomposition des fünften Bildes (E) sind nur geringe 
und
        

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