Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876350
Zweiter Abschnitt. 
Waffen und sonstige Instrumente. 
Pferdegeschirr. 
Sonnenuhren  
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selben auf den schon oben (S. 189 f mitgetheilten Reliefen mit Amphitheater- 
kämpfen, so weit nöthig erkennbar. Bei Vergleichung dieser Reliefe bemerkt 
man, dass die Speere ganz die gewöhnliche Form haben, die Schwerter sich 
nur durch den glockenförmig erweiterten Handschutz von den Kriegerschwer- 
tern unterscheiden, und dass die Tridente der Retiarii, leichte dreispitzige 
Speere, die einzigen Angriffswaden sind, welche wesentlich nur von Gladia- 
toren geführt wurden. 
 Von P f erde ges chirr, welches hier zunächst Erwähnung verdient, sind 
nur einige Fragmente gefunden worden, wie überhaupt Alles, was auf Reit- 
und Fuhrwesen Beziehung hat, in Pompeji selten ist. Proben von pompejaner 
Pferdegeschirren sind im Mus. Borb. vol. VIII, Taf. 32 abgebildet. Von einem 
Wagenrade ist es gelungen, einen im Localmuseum der porta della marina 
aufgestellten Abguss zu gewinnen. 
Von den ziemlich mannichfaltigen Opfergeräthschaften der Alten 
ist nur weniges in Pompeji aufgefunden oder bekannt gemacht, und das wenige 
ist nicht bedeutend genug, um ein näheres Eingehn auf dasselbe an diesem 
Orte zu rechtfertigen. Bekannt sind einige Kannen (simpula), in denen die 
beim Opfer gebrauchten geweihten Flüssigkeiten getragen wurden, in ihren 
Formen nicht wesentlich von oben mitgetheilten Kannen abweichend; ferner 
etliche Pateren oder Hache Opferschalen, mit denen man die erwähnten 
Flüssigkeiten auf das Opfer ausgoss; sie sind in doppelter Hauptform be- 
kannt, mit einem langern Stiel oder Handgriff, welcher erwünschte Gelegen- 
heit zur Ornamentirung bietet, oder mit zwei Henkeln. Auch ein paar WVeih- 
rauchbüchschen (tburibola, tlzymiateria) werden im Museum bewahrt, einfach 
cylindrische Gefaßchen mit einem Gelenkdeckel an Ketten hangend. Etwa 
noch vorhandene Opfermesser und Beile sind nicht bekannt gemacht, dagegen 
unter den in den Schranken des Museums neuerdings wohlgeordnet liegenden 
Gerathen unschwer aufzufinden. 
Keine andere Stelle als diese war ausfindig zu machen, um von den in 
Pompeji gefundenen Sonnenuhren zu sprechen, welche als regelmäßige 
Beispiele dieser interessanten Monumente gelten dürfen. Von den fünf in 
Pompeji gefundenen Sonnenuhren 194), deren mehre ihres Ortes bereits erwähnt 
worden sind, sei als Beispiel diejenige, welche in den größeren Thermen ge- 
funden wurde (s. S. 216. 219), ausgehoben, indem dieselbe sich nicht allein 
durch ihre oskische Inschrift und durch die besonders gewählte Ausstattung mit 
Löwentatzen und Ornamenten auszeichnet, sondern vor allen anderen durch 
die vollkommene Erhaltung des Zeigers wichtig ist. 
Ohne dass hier auf eine Erörterung der antiken Zeitmesser, Wasser- und 
Schattenuhren, eingegangen werden könnte, wird das, was zum Verständniss 
des in der nachstehenden Figur in doppelter Ansicht dargestellten Instrumentes 
nöthig ist, sich in wenig Worten sagen lassen. Die Fläche, auf welche der 
Schatten des Zeigers (gnomon) fallt, ist wie ein Kugelabschnitt ausgehöhlt und 
mit graden Linien eingetheilt, welche als Radien in dem Punkte zusammen- 
laufen, in welchem der Gnomon horizontal befestigt ist. Jeder sieht, dass sie 
die Zeiteintheilung bezeichnen, welche in anderen Exemplaren mit Zahl- 
zeichen an ihren Endpunkten versehn ist. Wir finden rechts wie links von.
        

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