Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876342
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Fünftes Oapitel. 
mit einem weiblichen Gesicht nach vorn und Delphinen an der Seite bei dem 
Helme links, mit einem ganz umlaufenden, iigurenreichen Relief, welches 
verschiedene Scenen des Sieges und der Unterwerfung der Besiegten enthält, bei 
dem mittlern Helme. Ein besonders ausgezeichneter Prachthelm im Museum 
von Neapel (s. Anm. 192) enthält an den genannten Theilen verschiedene Scenen 
der Einnahme Trojas. Reliefgeschmückt erscheinen endlich die verschiedenen 
Visirplatten, und zwar die Verbindungsplatten bei dem Helme rechts und dem 
mittlern, die unteren massiven Platten bei demjenigen rechts, während diese 
bei den anderen beiden Heimen glatt sind. 
In mehren dieser Ornamente treten bakchische Scenen oder Elemente 
des bakchischen Cultus hervor, welche an theatralische Schauspiele erinnern, 
zu denen die Gladiatorenkämpfe freilich nur sehr uneigentlich gehören. 
Dieselben Elemente herrschen sehr bestimmt vor in den Verzierungen anderer 
WVaHen der Gladiatoren, namentlich in den meistens sehr reich geschmückten 
Beinschienen, von denen in der nachstehenden Abbildung Fig. 255 links ein 
Exemplar als Probe mitgetheilt ist. Hier bilden sechs Theatermasken, oben 
und in der Mitte angebracht, den hervorstechenden Theil des Reliefschmirckes, 
der in seiner Gesammt- 
 fugjvvigpfrxxlxx! heit nicht. erörtert 'We1'den 
'   da, Q  H. kann, We1l dazu GIII ganz 
 i i. v i  i K 95' unverhältnissmäßiger 
 _ Q   g a Raum nöthig sein würde. 
  i A  (i ß Neben dieser Beinschiene 
.5"   E ä,   ä ist eine ähnlich gestaltete 
Y!   i"   Armberge abgebildet, eins 
i gw. im W I;  4 jener Waffenstiicke, wel- 
 1, Ü  g ches die Rüstung der 
'  wnnäQWmMßiÄi-x-uuß? Gladiatoren von derjeni- 
Fig. 255. Beinschiene, Armberge und Galerus. gen der Krieger unter" 
scheidet. Diese Armberge 
schützte, angeschnallt wie die Beinschienen, den rechten Oberarm, während 
der linke den Schild trug, von dessen verschiedenen Formen die früher be- 
trachteten Reliefe eine Anschauung vermittelt haben. Ein ganz eigenthüm- 
liches Schutzwaffenstück, Welches ausschließlich den Retiarieru zukommt, den 
sog. galerus, zeigt die Abbildung rechts 193). Der vorgewölbte Theil schloss 
sich der Schulter und dem Oberarm an, während die diesen Theil umgebende 
und aufsteigende Platte mit den Relief köpfen den Hals deckte. Befestigt war 
dieser Galerus an dem Ärmel des linken Armes und mit einer Schnur um die 
Brust, und so finden wir ihn in mehren Darstellungen der Retiarier von diesen 
getragen. Diese Schutzwaffen sind jedenfalls die am meisten charakteristi- 
schen Theile der Gladiatorenrüstung; die meisten ihrer Angriffswafen, unter 
denen der Dreizack des Retiarius und das winkelig gebogene Schwert, die sica 
des Thrakers, welche sich in dem Tropaeon aus der Gladiatorenkaserne ( Bull. 
Napol n. s. I. tav. 7) gemalt finden, am eigenthümlichsten sind, erscheinen im 
Übrigen nicht so sehr abweichend von den gewöhnlichen Formen, dass es 
nötbig wäre, sie hier im Einzelnen vorzufuhren. Auch sind die meisten der-
        

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