Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876335
Zweiter Abschnitt. 
Waffen und onstige Instrumente. 
Gladiatorenwaßen. 
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artigen, weitabstehenden Rand, der sich bei allen Exemplaren in etwas ver- 
schiedener Gestalt wiederfmdet. Sodann ist aber besonders das eigenthüm- 
liche Visir das unterscheidende Merkmal, das jeden Gladiatorenhelm vor dem 
1,1. ü. 
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Fig. 254. Gladiatorenhelme. 
Kriegerhelm auszeichnet. YVir kennen diese Visire bereits aus den früher 
betrachteten Reliefen und Gemälden, Welche Amphitheaterkämpfe darstellen, 
hier können wir die Art der Einrichtung kennen lernen. Die Visire bestehn 
aus vier Stücken, zwei massiven Platten, Welche den untern Theil des Ge- 
sichtes deckten, und zwei mit vielen Öffnungen durchbohrten Platten, welche 
sich vor dem obern Theile des Gesichtes befanden, das Durchsehn ermög- 
lichten, indem sie zugleich jeden Schwerthieb abhielten, und in den unteren 
am Helm mit Gelenkbandern befestigten Platten, sowie in dem Schirm des 
Helmes befestigt wurden, wie dies namentlich durch den mittlern Helm in der 
Vorderansicht klar wird. Seitwärts legt sich über die Verbindung der oberen 
und unteren Theile noch eine kleinere Platte, welche den wohlgezielten Hieb 
in diese Verbindung abwehrte, und welche bei dem Helm links am deutlichsten 
zu erkennen ist. 
Die Verzierung der Gladiatorenhelme ist doppelter Art, zunächst die- 
jenige, welche ihnen durch Rosshaar oder Federbiische verliehen wird, und 
sodann die eigentlich künstlerische durch ausgetriebene und aufgenietete oder 
aufgelöthete Reliefe. Der erste Helm links hat wahrscheinlich niemals einen 
Busch getragen, sein Buschträger (crista) endet in einen Greifenkopf; die 
Crista des mittlern Helms wird mit wallendem Rosshaarbusch geziert gewesen 
sein, zu dessen Aufnahme die Crista oben hohl und mit kleinen Löchern am 
Rande durchbohrt ist, durch die man Metallstifte oder Fäden zum Befestigen 
des Busches steckte. Bei dem ersten und dritten Helm endlich ist seitwärts 
am Kopfe ein schneckenförmig gewundener Behälter angebracht, in welchen 
jederseits entweder ein emporstehcnder Rosshaar- oder ein Federbusch gesteckt 
wurde. 
Zur Reliefverzierung bieten fast alle einzelnen Theile des Helmes ge- 
eigneten Raum. Zunächst iindet man die Crista mit Figuren geschmückt und 
zwar am ansehnlichsten bei dem rechts stehenden Helm, dessen Crista vorn 
einen bärtigen Krieger in Hochrelief, seitwärts eine Arabeskenverzierung mit 
Greifen in Flachrelief zeigt. Verziert wird sodann der eigentliche an den Kopf 
anliegende Theil, mit einem Medusenkopf nach vorn bei dem Helme rechts,
        

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